Hilfe für Helfer in den Feuerwehren

13. Mai 2014 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Erstes gemeinsames Symposium zu psychosozialer Einsatzvorbereitung und Nachsorge von BBK und DFV fand großen Anklang

Vorgestellt wurde auch das gemeinsame Positionspapier zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) von AGBF bund und DFV Vorgestellt wurde auch das gemeinsame Positionspapier zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) von AGBF bund und DFV , Symposium zu psychosozialer Einsatzvorbereitung und Nachsorge (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Vor­ge­stellt wur­de auch das ge­mein­sa­me Po­si­ti­ons­pa­pier zur Psy­cho­so­zia­len Not­fall­ver­sor­gung (PS­NV) von AGBF bund und DFV Quelle: BBK

„Psychosoziale Einsatzvorbereitung und Nachsorge sind unverzichtbare Bestandteile der professionellen Arbeit von Einsatzorganisationen“. Mit diesen Worten begrüßte BBK-Präsident Christoph Unger die Gäste, die am ersten Symposium „Hilfe für Helfer in den Feuerwehren“ vom 10. bis 11. Mai 2014 in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) teilnahmen.

Rund 100 Experten aus den Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Notfallseelsorge und Psychologie reisten dafür aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, um sich über ihre Erfahrungen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in der Psychosozialen Notfallversorgung auszutauschen und fortzubilden.
Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehr Verbandes (DFV) zeigte sich in seiner Begrüßungsrede sehr erfreut, dass die psychosoziale Hilfe für Helfer und Helferinnen durch geschulte Kameradinnen und Kameraden sowie Fachleute inzwischen in den Feuerwehren weit verbreitet ist und sich bundesweit zahlreiche Personen für diese Aufgabe engagieren.

Einsatzkräfte aus Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizeien und Technischem Hilfswerk haben ein erhöhtes Risiko aufgrund ihrer haupt- oder ehrenamtlichen Tätigkeit psychosoziale Belastungsreaktionen zu zeigen oder sogar psychische Erkrankungen wie Posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen oder psychosomatische Erkrankungen zu entwickeln.

Seit den 1990er Jahren wurde die psychosoziale Unterstützung zunehmend als wichtige Aufgabe im Einsatzwesen erkannt und Angebotsstrukturen aufgebaut. Bei den so genannten drei Konsensuskonferenzen 2008, 2009 und 2010 zur Qualitätssicherung in der Psychosozialen Notfallversorgung, einem Arbeits- und Abstimmungsprozess unter Moderation des BBK, waren die Feuerwehren über den DFV und die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF Bund) aktiv einbezogen. Sie unterzeichneten gemeinsam mit anderen Kooperationspartnern aus der Gefahrenabwehr, das erarbeitete Leitlinienpapier. Darauf aufbauend, legten DFV und AGBF 2012 ein gemeinsames Positionspapier zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) vor. Über seine 2000 ins Leben gerufene Stiftung „Hilfe für Helfer“ engagiert sich der DFV unter anderem für die Überführung verabschiedeter Qualitätsstandards und Leitlinien der PSNV in die Ausbildung und Praxis der Feuerwehren.

Während des Symposiums konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in insgesamt zehn Workshops und zahlreichen interdisziplinären Fachvorträgen einen Überblick über die Weiterentwicklung des noch recht jungen Fachgebiets der Einsatzvorbereitung und Nachsorge verschaffen.

So gab beispielsweise Frau Professor Irmtraud Beerlage von der Hochschule Magdeburg-Stendal eine Zusammenfassung ihrer Studie über Gesundheit und Engagement in den Feuerwehren wieder. Herr Professor Harald Karutz von der Medical School Hamburg referierte zu der Problematik der direkten Konfrontation von Einsatzkräften mit persönlich bekannten Notfallopfern und den daraus resultierenden Belastungen sowie Strategien zum Umgang mit solchen Situationen. Heiner Butz vom Deutschen Roten Kreuz in Rheinland-Pfalz berichtete über die Psychosoziale Notfallversorgung für Betroffene und Einsatzkräfte bei der Gasexplosion in Harthausen im letzten Jahr. Harald Pflüger, Wehrleiter in Winnenden, gab einen bewegenden Bericht über die Arbeit der Feuerwehren beim Amoklauf in Winnenden/Wendlingen 2009.

Weitere Inhalte der Veranstaltung waren unter anderem die professionelle Feuerwehraus- und -weiterbildung, Angebote und Hilfestellungen aber auch den Grenzen von Seelsorge sowie von Psychotherapie in Bezug auf Einsatzkräfte, der Umgang mit Schuld und Trauer sowie der grundsätzliche Austausch über Einsatzerfahrungen und daraus resultierenden Erkenntnissen.

Die Evaluationsbögen brachten ein eindeutiges Ergebnis: die Veranstaltung wurde sehr gut bewertet und es soll ein 2. Symposium dieser Art geben.

Quelle: BBK

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