BKA informiert über Cyberkriminalität und Betrug

9. Mai 2014 | Themenbereich: Bundeskriminalamt, Bundespolizei | Drucken

Am 12. und 13. Mai 2014 findet unter Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann der 19. Deutsche Präventionstag (DPT) in Karlsruhe statt. Der DPT ist der größte europäische Kongress für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention.

Schwerpunkt des diesjährigen Kongresses ist das Thema „Prävention braucht Praxis, Politik und Wissenschaft“. Mit rund 200 Vorträgen und etwa 250 Ausstellungen und Informationsständen wird Besuchern wie Fachpublikum ein breites Themenspektrum angeboten.

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) engagiert sich mit verschiedenen Beiträgen:
BKA-Präsident Jörg Ziercke wird am Montag um 14:00 Uhr zum Thema „Cyberkriminalität – Die Schattenseiten der digitalen Gesellschaft“ vortragen. Dabei wird er auf die aktuellen Erscheinungsformen sowie das nahezu grenzenlose Wachstums- und Schadenspotenzial von Cyberkriminalität eingehen. Im Zielspektrum krimineller Cyberaktivitäten befinden sich gleichermaßen Privatpersonen wie Unternehmen und Staaten – die weite Verbreitung informationstechnischer Systeme und die zunehmende Nutzung IT-gestützter Infrastrukturen steigern dabei die Abhängigkeiten von IT-Systemen und erhöhen die Verwundbarkeit potentieller Opfer (Ort: Karlsruher Forum für Cybersicherheit, Schwarzwaldhalle).

„Das Internet ist eine unverzichtbare Stütze weltweiter ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Informations- und Kommunikationsprozesse, zugleich aber auch ein Feld vielfältigen kriminellen Handelns“, so BKA-Präsident Jörg Ziercke. „Es darf aber kein strafverfolgungsfreier Raum sein – Kriminalitätsbekämpfung muss auch dort möglich sein, um langfristig das Vertrauen in das Internet zu stärken“.

In einem Vortrag am Dienstag um 09:00 Uhr befasst sich die Forschungs- und Beratungsstelle Cybercrime des BKA mit dem Thema „Situative Kriminalprävention – Chancen eines Kooperationsansatzes im Bereich Cybercrime“. Jörg Bässmann, Experte für Kriminalprävention im BKA, stellt das Konzept und die Prinzipien situativer Kriminalprävention dar. Im Unterschied zur sozialen Prävention, die unter anderem durch Wertevermittlung oder die Beseitigung sozialer Mängellagen Kriminalität zu verhindern sucht, zielt die situative Kriminalprävention darauf ab, die Attraktivität einer Straftat beispielsweise durch den verbesserten Schutz von Zielobjekten kriminellen Handels oder die Minderung des kriminellen Ertrages zu verringern. Hat die situative Kriminalprävention Ihre Wirksamkeit beispielsweise im Bereich des Kfz-Diebstahls bewiesen, bieten sich auch bei Cyberkriminalität und Cybersicherheit vielversprechende Möglichkeiten. Etwa durch die Verwirklichung des Prinzips „Safety by Design“, das heißt der Schaffung sicherer Produkte und Dienstleistungen auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (Ort: Konferenzraum 2.08).

Das BKA ist außerdem an beiden Tagen der Veranstaltung mit einem Informationsstand vertreten und präsentiert die Präventionskampagne zum Schutz älterer Menschen vor betrügerischen Anrufen durch türkische Call-Center (Ort: Stadthalle, Foyer EG, Standnummer 13).
Seit 2008 hat das BKA in diesem Phänomenbereich in Zusammenarbeit mit den Polizeien der Länder über eine Million Geschädigte in Deutschland sowie einen Schaden in Höhe von mehr als 117 Millionen Euro festgestellt und geht zudem von einem erheblichen Dunkelfeld aus. Mit der bundesweiten Präventionskampagne möchten die Sicherheitsbehörden zusammen mit ihren Partnern aus dem behördlichen und privatwirtschaftlichen Bereich durch gemeinsame Präventionsmaßnahmen eine größtmögliche Sensibilisierung der Bevölkerung erreichen und damit die Fallzahlen nachhaltig reduzieren. Am Montag um 16:00 Uhr hält Nadja Engmann, Kriminaloberkommissarin beim BKA, einen Kurzvortrag zu den vielfältigen Erscheinungsformen der Betrügereien und gibt praktische Tipps zum Schutz vor skrupellosen Telefonbetrügern (Stadthalle, Raum 1.26).
Ausführliche Informationen zu diesem Straftatenphänomen finden sich auch auf der BKA-Homepage unter www.bka.de/callcenterbetrug sowie unter www.polizei-beratung.de.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Wirkungsvolle Präventionsarbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität. Dem Bundeskriminalamt kommt dabei im nationalen und internationalen Verbund mit Sicherheitsbehörden und externen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft eine bedeutende Rolle zu. Dies unterstreicht nicht zuletzt auch unsere Beteiligung an einer Vielzahl von Auswerte- und Forschungsprojekten sowie Kooperationen mit behördlichen und privaten Partnern.“

 

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