Kriminaltechnische Untersuchungsstelle des LKA wird nachgerüstet

7. Mai 2014 | Themenbereich: Landeskriminalamt, Polizei, Schleswig-Holstein | Drucken

Die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle (KTU) des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein in Kiel wird nachgerüstet. Das verlangt eine entsprechende Norm der Europäischen Union über „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“. Sie legt die technischen und baulichen Standards für die Labore fest, in denen erkennungsdienstliche und kriminaltechnische Untersuchungen wie die DNA-Analytik und Daktyloskopie (Fingerspuren) vorgenommen und Gutachten für Strafverfahren erstellt werden. Würden die Anforderungen der Richtlinie nicht erfüllt, verlören die Labore ihr Zertifikat. Die Arbeit der Wissenschaftler in der Kriminaltechnik wäre dann wertlos, weil sie in allen Strafverfahren jederzeit vor Gericht mit Hinweis auf die fehlende Akkreditierung der Labore angegriffen werden könnte. „“Es ist für eine effiziente Strafverfolgung unverzichtbar, dass die Sachverständigengutachten des Landeskriminalamts von hoher und zweifelsfreier Qualität sind““, sagte Innenminister Andreas Breitner am Dienstag (6. Mai) in Kiel. Schleswig-Holstein dürfe hinter bundesdeutsche und europäische Standards nicht zurückfallen.

Die Landesregierung hat daher grünes Licht für einen 18,6 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau der KTU auf dem Gelände des Polizeizentrums Kiel-Eichhof gegeben. Baubeginn soll nach einer vorgeschalteten Ausschreibung spätestens Anfang 2016 sein. In den neuen DNA-Laboren soll 2019 die Arbeit aufgenommen werden. Danach müssen die alten Laborgebäude des LKA zurückgebaut und saniert werden. Dafür fallen Kosten in Höhe von rund 9,4 Millionen Euro an. Eingehende Prüfungen einer Zusammenarbeit mit anderen Ländern oder Einrichtungen des Landes wie etwa mit der medizinischen Fakultät der CAU-Kiel sowie einer Übertragung an private Labore verliefen negativ. Auch die Übernahme von Leistungspaketen im Rahmen einer vertraglichen Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privatrechtlich organisierten Unternehmen (ÖPP-Modell) kam nicht in Frage.