100 Tage Polizeireform

5. Mai 2014 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Aktuelle Debatte des baden-württembergischen Landtags am 10. April 2014 auf Antrag der CDU-Fraktion zum Thema „100 Tage Polizeireform – erste Bilanz eines fehlgestarteten Projekts“

Die auf Antrag der CDU-Fraktion durchgeführte Debatte verlief nach gewohntem und erwarteten Schema ab: Auf der einen Seite die Regierungsfraktionen und die Landesregierung als Befürworter der Reform und auf der anderen Seite die Oppositionsfraktionen mit ihrer Kritik.

Es ist bedauerlich, dass die praktischen Erfahrungen vor Ort und die Empfindungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei – auch wenn nach 100 Tagen nur eine erste Zwischenbilanz gezogen werden kann – wieder einmal negiert wurden.

Mit der Polizeistrukturreform wurde ein abstraktes Organisationsmodell geschaffen, welches aber durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Leben erfüllt und angenommen werden muss, um erfolgreich zu sein. Wenn es auch weiterhin nicht gelingt, diesen Mitarbeitern einen Mehrwert des Reformvorhabens zu vermitteln, sie mitzunehmen und aufgezeigte Probleme zu lösen, wird sich dies auf die polizeiliche Arbeit auswirken.

NUR GEMEINSAM ERREICHEN WIR UNSERE ZIELE

… lautet – oder muss man besser schon sagen: lautete – eines der Leitbilder der baden-württembergischen Polizei, die man zwischenzeitlich auf den aktuellen Internetseiten der Polizei Baden-Württemberg vergeblich sucht und nur noch in einschlägigen Webarchiven findet.

Es ist der Polizei und ihren Mitarbeitern immer noch eigen, dass sie ihren gesetzlichen Auftrag, Sicherheit für Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, mit hohem Engagement auch unter schwierigen oder defizitären Rahmenbedingungen erfüllen wollen. Die Beschäftigten vor Ort wissen dabei sehr genau, wo der ‚Schuh drückt‘ und wo es Handlungsbedarfe gibt. Dies zu ignorieren und als ‚polemisches Argument vor Ort‘ abzutun, ist wohl nicht der richtige Weg.

Dieser Weg ist für eine lernende Organisation nicht nur eine Sackgasse, sondern schwächt zudem auch die emotionale Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihre Aufgabe und gegenüber ihrem Dienstherrn. Man braucht kein Prophet zu sein, um die sich dadurch ergeben könnenden Entwicklungen abzusehen.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.