Manipulationen bei der PKS in Brandenburg sind inakzeptabel!

2. Mai 2014 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Durch das Nachrichtenmagazin ´Klartext` des rbb am gestrigen 30.05.2014 wurden die im Raum stehenden Manipulationsvorwürfe bei der Erfassung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Land Brandenburg anschaulich beleuchtet. „Jedwede Manipulationen bei der Erfassung der PKS sind inakzeptabel und stellen einen Betrug am Bürger sowie an den Polizeibeamten dar!“ so Riccardo Nemitz (40), Landesvorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Brandenburg.

Im Kontext betrachtet, könne man den Eindruck gewinnen, dass mit dem beschriebenen Vorgehen bei der PKS-Erfassung die Polizeireform 2020 und der damit verbundene massive Abbau von Polizeibeamten im Land ´schöngerechnet` und somit gerechtfertigt werden solle. „Diese Vorgehensweise zerstöre leichtfertig das Vertrauen der Bürger in die Polizei und führt zu einer kreuzgefährlichen Kettenreaktion.“ so Nemitz weiter. Mit einem ´ Schönrechnen` der PKS würden diese inkorrekten Zahlen in strategische und taktische Überlegungen innerhalb der Polizei einfließen und zwangsläufig zu falschen Entscheidungen führen.

Des Weiteren würden sich die Polizeibeamten bei derartigen Vorgehensweisen missbraucht fühlen und es festige die ohne hin herrschende schlechte Stimmung innerhalb der Polizei. Denn die Polizeibeamten würden sehr wohl erkennen, was geschieht, unterlägen jedoch ihren Pflichten, so auch der zur Verschwiegenheit. Nemitz berichtet, dass die mediale Berichterstattung zu den Manipulationsvorwürfen sehr aufmerksam bei den Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen und durchweg positiv bewertet würden.

„Jetzt müssen Tat folgen, um den Vertrauensverlust bei den Bürgern und den Kollegen wiederherzustellen!“, so Nemitz. Das bedeute, dass der Personalabbau umgehend gestoppt werden müsse. Ebenso müsse die Kriminalpolizei weiter gestärkt werden. So wäre es überfällig, dass endlich Kriminalisten ausgebildet werden. Denn in Brandenburg wären noch nie Kriminalisten ausgebildet worden. Brandenburg solle sich da u.a. bei den Nachbarn in Berlin orientieren. Dort gehe man diesen Weg seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich!

Ebenso müsse ein interdisziplinäres Gremium gebildet werden, welches die Sicherheitslage im Land fundiert bewerte. Diesem müssen neben Polizeibeamten auch Staatsanwälte, Wissenschaftler und Berufsvertretungen angehören. „Es langt nicht, dass sich bei der Bewertung der Sicherheitslage nur auf die der Polizei bekannt gewordenen Fälle der nicht allumfassend aussagekräftigen PKS geschaut wird!“ so Nemitz. Es müsse auch das Dunkelfeld betrachtet werden.

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