Herrmann bei 14. Motorradsternfahrt in Kulmbach

28. April 2014 | Themenbereich: Bayern | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat bei der 14. Motorradsternfahrt in Kulmbach, dem größten Bikertreffen Süddeutschlands, an alle Verkehrsteilnehmer appelliert, stärker auf die Motorradfahrer zu achten. „Leider kommt es oft aus Unkenntnis oder Fehleinschätzung zu gefährlichen Situationen. Vor allem beim Abbiegen oder Überholen passieren häufig schwere Unfälle, weil einem Motorradfahrer schneller als man meint entgegenkommen.“ Herrmann hat die Polizeipräsidien angewiesen, in der Zeit vom 1. bis 31. Mai 2014 an mindestens fünf Tagen an unfallauffälligen Strecken schwerpunktmäßig die Einhaltung der Verkehrsregeln zu überwachen. „Das Augenmerk der Polizei liegt vor allem auf Geschwindigkeitsüberschreitungen und Verstössen gegen das Überholverbot.“

Herrmann sagte, die polizeilichen Überwachungsmaßnahmen seien nur ein notwendiger Teil von vielen Aktivitäten zur Verkehrssicherheit. So appellierte Herrmann an alle Bikerinnen und Biker, auch in diesem Jahr wieder ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. „Kein Saisonstart ohne ausreichendes Aufwärmtraining, um die eingerosteten Fähigkeiten aufzufrischen. Denn wenn man mehrere Monate nicht gefahren ist, kann man leicht das Gefühl verlieren, wie die Maschine in der Kurve liegt und wie die Bremsen reagieren.“ Beim Fahrsicherheitstraining würden neben Kurvenfahren, Ausweichen und Bremsen auch die richtige Selbsteinschätzung, das Gefahrenbewusstsein und Tipps zum Kolonnenfahren vermittelt. Herrmann nannte eine Reihe weiterer Verhaltensvorschriften und Empfehlungen, mit denen sich die Motorradfahrer selbst schützen können: „Achten Sie besonders darauf, dass die Maschine in Schuss ist und dass Sie die richtige Schutzkleidung tragen.“

Die Sicherheit beim Motorradfahren ist auch das zentrale Thema der Verkehrssicherheitsaktion ‚Bayern mobil – Sicher ans Ziel‘. Die Motorradsternfahrt in Kulmbach und die Verkehrssicherheitswoche seien wesentliche Elemente der Verkehrssicherheitsarbeit für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer in Bayern. Herrmann: „Der Erfolg dieser Veranstaltungen spricht für sich!“

Auch die ‚gebaute Sicherheit‘ für die Motorradfahrer liegt dem Verkehrsminister am Herzen: „Deshalb habe ich bereits im Jahr 2010 veranlasst, dass inbesondere die beliebten Motorradstrecken auf Bundes- und Staatsstraßen in Bayern mit Unterfahrschutz ausgerüstet werden.“ Dieser soll verhindern, dass die Biker bei einem Sturz unter die Schutzplanke rutschen und sich so schwer verletzen oder zu Tode kommen. Herrmann: „Wir haben seitdem 540 Kurven mit einer Gesamtlänge von 81 Kilometern und einem Kostenaufwand von rund 2,75 Millionen Euro mit Unterfahrschutz ausgestattet. Darüber hinaus setzen wir auch gezielt bauliche Maßnahmen zu Verbesserung der Verkehrssicherheit ein: Neben der Schaffung von ‚fehlerverzeihenden Seitenräumen‘ an Bundes- und Staatsstraßen gehen wir verstärkt die Unfallhäufungsstellen an.“

Wie wichtig das Thema Verkehrssicherheit nach wie vor ist, zeige der Blick in die Statistik. „Auch wenn im letzten Jahr die Zahl der Motorradunfälle in Bayern um 4,6 Prozent zurückgegangen ist, so kamen doch tragischweise 145 Biker ums Leben, das ist ein Toter mehr als im Jahr 2012. 7.840 Motorradfahrer wurden verletzt. Auch in diesem Jahr ereigneten sich bereits wieder 374 Unfälle mit Motorradfahrern. 316 wurden verletzt und auch vier getötet. Herrmann: „Diese Zahlen sind trotz vieler Verbesserungen immer noch zu hoch. Jedes Unfallopfer ist eines zu viel!“

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