Weniger Kinder in Bremen im Straßenverkehr verunglückt

26. April 2014 | Themenbereich: Bremen, Verkehr | Drucken

Während die Verkehrsunfallzahlen insgesamt im Stadtgebiet Bremen einen leichten Anstieg verzeichnen, ist bei den Kinderunfällen ein erfreulicher Rückgang festzustellen. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist gegenüber dem Vorjahr um 524 auf insgesamt 17.333 Unfälle gering angestiegen. Die Zunahme ist vor allem auf Unfälle durch zu geringen Abstand sowie sog. Parkrempler zurückzuführen, die vor allem leichte Sachschäden zur Folge hatten. 31 Menschen mehr sind bei Unfällen in Bremen als im letzten Jahr körperlich zu Schaden gekommen, wobei eine Verschiebung in Richtung Leichtverletzte zu erkennen ist. Zugleich ging die Zahl der Schwerverletzten um 6,8 Prozent zurück, die der Verkehrstoten sank um mehr als die Hälfte von 15 auf 6.

Besonders erfreulich ist der deutliche Rückgang bei den Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Kindern um 13,2 Prozent. „Die Zahl der verunglückten Kinder ist dabei um 22,1 Prozent gesunken“, betont Innensenator Ulrich Mäurer. In 2013 seien 141 Kinder bei Unfällen verletzt worden, 25 weniger als noch im Vorjahr. „Diese positive Entwicklung ist auch ein Ergebnis der intensiven Bemühungen der Polizei in Grundschulen und in der Radfahrausbildung“, ist Mäurer überzeugt.

Bei den Verkehrsunfallzahlen im Bereich der Senioren ist keine signifikante Erhöhung festzustellen. 2013 verursachten insgesamt 1.969 Senioren und Seniorinnen in der Altersgruppe 65 Plus, einen Verkehrsunfall (1.911 in 2012). Glücklicherweise entstand bei diesen Unfällen meist nur Sachschaden. Im Hinblick auf den demografischen Wandel beschäftigen sich viele Institutionen mit dieser Zielgruppe, um die Mobilität, aber auch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhalten.

Die besondere Aufmerksamkeit, die die Polizei den Radfahrern gewidmet hat schlägt sich in der Statistik positiv nieder. Bei der Gesamtzahl der Unfälle mit Radfahrern und Radfahrerinnen ist trotz hoher Verkehrsbeteiligung kein weiterer Anstieg festzustellen, die Zahl der verunglückten Radfahrer ist darüber hinaus im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent leicht gesunken. Zugleich sank die Zahl der schwerverletzten Radfahrer zum Vorjahr um 10,2 Prozent.

„Bremen ist eine Stadt, in der man gerne aufs Rad steigt“, so Mäurer. Tausende von Bremerinnen und Bremern würden jeden Tag zur Schule oder zur Arbeit radeln, entlasteten damit deutlich den Verkehr und würden somit gleichermaßen etwas für ihre Gesundheit als auch für die Umwelt tun. Dies gelte es zu unterstützen. Rund ein Drittel aller im Verkehr verunglückten Teilnehmer seien jedoch Radfahrer und Radfahrerinnen, mahnt der Senator. Die Folgen dieser Unfälle seien oft schwerwiegend. Mäurer: „Dabei fällt auf, dass die Hälfte der Radfahrunfälle aufgrund falschen oder regelwidrigen Verhaltens selbst verschuldet ist. In 16 Prozent der Fälle sind andere Radfahrer Unfallverursacher. Die Polizei wird deswegen auch künftig einen Schwerpunkt auf Radfahrerinnen und Radfahrer legen, die sich an keine Verkehrsregeln halten.“

Hauptunfallursache ist nach wie vor zu hohe Geschwindigkeit bzw. zu geringer Abstand. Bei den gestiegenen Unfällen in 2013 lässt sich insbesondere eine Verlagerung zu den abstandsbedingten Unfällen erkennen. Der Anstieg dieser Unfälle ist sowohl auf eine weitere Verdichtung des Verkehrs als auch auf Unachtsamkeit oder Ablenkung zurückzuführen. Vor allem Berufspendler sind während der Fahrt abgelenkt durch: Telefonieren mit und ohne Freisprecheinrichtung, Spielen mit Smartphones, intensive Unterhaltungen mit anderen Insassen oder laute Musik.

Polizeipräsident Lutz Müller: „Autofahrern und Autofahrerinnen, die zu schnell unterwegs sind oder nicht auf einen angemessenen Abstand achten, bleiben oft nur Bruchteile von Sekunden, um zu reagieren. Gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer, also Kinder und Radfahrer, sind die Leidtragenden und zahlen einen hohen gesundheitlichen Preis für ein solches Verhalten. Deswegen wird die Polizei Bremen auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt ihrer Verkehrssicherheitsarbeit auf Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen legen.“ Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der typische Verkehrsunfall leichte Blechschäden zur Folge hat und in der Rushhour auf den Hauptverkehrstrassen passiert.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit der Ursache nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit ist den letzten Jahren stetig rückläufig, auch im Vergleich zum Vorjahr sind 12 Unfälle weniger zu verzeichnen. Die polizeiliche Strategie der flächendeckenden Geschwindigkeitsüberwachung und die Erhöhung des Kontrolldrucks scheinen diesen Trend positiv beeinflusst zu haben. Dennoch ziehen geschwindigkeitsbedingte Unfälle immer noch die schwerwiegenden Unfallfolgen, wie schwere oder lebensgefährliche Verletzungen nach sich.

Verkehrsunfallflucht- Nahezu jeder vierte Verkehrsunfall in der Stadtgemeinde Bremen geht mit einem unerlaubten Entfernen vom Unfallort einher. Bei ungefähr der Hälfte dieser Fälle kann der Verursacher anschließend ermittelt werden. Diese Verkehrsunfälle ereignen sich im ruhenden Verkehr als sogenannte Parkrempler und haben eher leichtere Sachschäden zur Folge.
Die Polizei weist daraufhin, dass bei diesen Parkremplern innerhalb von 24 Stunden die Möglichkeit für den Verursacher besteht, diesen Unfall anzuzeigen. In diesen Fällen kann die Verkehrsunfallflucht straffrei bleiben. Ansonsten müssen die Verursacher bei erheblichen Sachschäden, mit einer Geldstrafe in vierstelliger Höhe sowie mit dem zeitweiligen Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

Ziel der Bremer Polizei wird es weiterhin sein, die schweren Verkehrsunfallfolgen und damit vor allem die Zahl der Verunglückten (Verletzten) zu senken. Deshalb gelten die bisherigen Schwerpunkte in der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit auch in 2014. Das ist einerseits das konsequente Vorgehen gegen die Hauptunfallursache Geschwindigkeit und/oder Abstand und zum anderen die Senkung des überproportional hohen Anteils von Fahrradfahrern an den Unfallverletzten. Darüber hinaus wird das Phänomen Unaufmerksamkeit bzw. Ablenkung, das zurzeit noch unter den Unfallursachen Geschwindigkeit/Abstand verbucht wird, europaweit als Schwerpunkt der Verkehrsunfallforschung gesehen. Auch die Entwicklung der Bremischen Unfallzahlen bestätigt die Notwendigkeit der besonderen Betrachtung.

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