Verkehrsunfallstatistik 2013

15. April 2014 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Verkehr | Drucken

Die Verkehrsunfallbilanz des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch im Jahr 2013 wieder leicht verbessert. Die Verkehrssicherheitsarbeit des Landes und vor allem der Landespolizei entfaltet ihre Wirkung.´ Dieses positive Fazit hat heute Innenminister Lorenz Caffier bei der Vorstellung der offiziellen Verkehrsunfallstatistik 2013 für unser Bundesland gezogen.

´Wir dürfen uns dennoch nicht auf den Ergebnissen ausruhen´, kündigt der Innenminister weitere polizeiliche Maßnahmen an. ´Die weitere Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen und auch der Anzahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten und Schwerverletzten steht hierbei im Vordergrund.´

Unfalllage

Die positive Entwicklung der zurückgehenden Zahlen der im Straßenverkehr getöteten Menschen hält auch im Jahr 2013 an. Mit insgesamt 80 bei Verkehrsunfällen getöteten Personen ist die Zahl erneut auf ein für unser Bundesland historisches Tief gesunken. Im Vorjahr waren noch 83 Todesopfer auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns zu beklagen gewesen.

Wie im Vorjahreszeitraum liegt Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich mit 50 im Straßenverkehr tödlich verunglückten Personen je eine Million Einwohner im Mittelfeld der Flächenländer. Wie bereits in 2012 ist auch im Jahr 2013 die Entwicklung bei den Unfällen insgesamt erfreulicherweise günstiger als im Bundestrend. Mit 54.610 Verkehrsunfällen in Jahr 2013 konnte ein Rückgang von 0,5% der Gesamtzahl der statistisch erfassten Verkehrsunfälle festgestellt werden (2012: 54.909).

Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden (Getötete, Schwer- und Leichtverletzte) in unserem Land ist mit insgesamt 5.189 gesunken (2012: 5.212), jedoch nicht so stark wie im Bundesdurchschnitt. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen schwerverletzten Personen stieg allerdings in unserem Land gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 1.250 (2012: 1.233) und die Zahl der bei Verkehrsunfällen leicht verletzten Personen um 1,9 Prozent auf 5.390 (2012: 5.288).

Der Anteil der Unfälle mit Baumberührung, bei denen Verkehrsteilnehmer tödlich verunglückten, ist nahezu gleich geblieben, wie im Vorjahr starben hierbei 24 Menschen.

´Noch immer wird die Gefahr eines Baumunfalls von vielen Fahrzeugführern unterschätzt´, hält Innenminister Caffier fest. ´Kraftfahrer schätzen Kurven, schmale Straßen und Wildwechsel als größere Gefahrenquellen ein als Baumalleen und Straßenbäume. Auch wenn die Zahl der bei Baumunfällen tödlich verunglückten Personen in diesem Jahr nicht gestiegen ist, müssen im Interesse einer nachhaltigen Bekämpfung von Baumunfällen die Unfallkommissionen auf kommunaler Ebene Maßnahmen ergreifen, um baumunfallauffällige Bereiche zu identifizieren´, fordert Innenminister Caffier.

Unfallursachen

Die Unfallursache Nr. 1 war im letzten Jahr ´Geschwindigkeit´, gefolgt von ´Vorrang/Vorfahrt´ und ´Alkohol´. Die Analyse der Unfallursachen bei den Unfällen mit Getöteten und Schwerverletzten zeigt in der Reihenfolge der TOP 3 das gleiche Bild, jedoch mit einem deutlich höheren Anteil der Ursache ´Geschwindigkeit´. Erfreulich ist, dass sich im Jahr 2013 die Anzahl der Getöteten und Schwerverletzten bei Alkoholunfällen im Vergleich zum Jahr 2012 um 9,7 % reduzierte.

´Gerade auf Landstraßen können überhöhte Geschwindigkeit, riskante Fahrweise oder Unaufmerksamkeit und erst recht in Kombination mit Alkohol oder Drogen schnell fatale Folgen haben´, erklärt Innenminister Caffier. ´Durch verstärkte Verkehrsüberwachung wird die Landespolizei die Besinnung der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf einen ausgeglichenen Fahrstil unterstützen und die Verkehrsmoral weiter steigern, um dadurch einen Sicherheitsgewinn für alle Bürgerinnen und Bürger im Straßenverkehr zu erzielen.´

Nach wie vor bilden die Pkw-Insassen mit über 50 Prozent der bei Verkehrsunfällen Verunglückten den größten Anteil und sind demzufolge am meisten gefährdet. Erst mit Abstand folgt die Gruppe der Radfahrer mit ca. 21 %. Die Verunglücktenzahlen bei den sogenannten Disco-Unfällen blieben im Jahr 2013 mit 5 tödlich Verunglückten und 28 schwerverletzten Personen im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (2012: 5 Getötete und 31 Schwerverletzte).

´Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2001 noch 40 Jungerwachsene tödlich und 327 schwer verletzt wurden, beweist das, dass die jahrelange, zielgruppenorientierte Präventions- und Repressionsarbeit ihre Wirkung zeigen´, bilanziert Innenminister Caffier.  An dieser Stelle gilt noch einmal mein ausdrücklicher Dank an alle, die sich oft ehrenamtlich an den Präventionsprojekten beteiligen.´

Risikogruppen

Beim Vergleich ihres Einwohneranteils und des Anteils an den Getöteten zeigt sich, dass hier die Altersgruppen der 18 bis unter 25-Jährigen, der 25 bis unter 35-Jährigen sowie die Altersgruppe ´über 65-Jährige´ deutlich überrepräsentiert sind. Am stärksten belastet ist hier die Altersgruppe der 18 bis unter 25-Jährigen. Das Risiko bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden ist also in der Altersgruppe der 18 bis 25-Jährigen mehr als zweieinhalb Mal so groß. Betrachtet man die Zahl der Verunglückten des Jahres 2013 insgesamt, ist festzustellen, dass die Altersgruppen von 15 bis unter 35 Jahren im Vergleich zu ihrem Anteil in der Bevölkerung deutlich überrepräsentiert sind. Das wird auch insbesondere in der Gruppe der 18 bis unter 25-Jährigen deutlich.

Seit dem letzten Jahr richteten wir auch einen Fokus auf die ´über 65-Jährigen´. Hier ist zunächst einmal festzustellen, dass diese Altersgruppe sowohl in der Gruppe der bei Verkehrsunfällen verunglückten Verkehrsteilnehmer als auch in der Gruppe der Unfallverursacher deutlich im Vergleich zum Anteil in der Bevölkerung unterrepräsentiert ist.

´Der Anteil der Gruppe der über 65-Jährigen am Verkehrsunfallgeschehen in unserem Land zeigt, dass diese Altersgruppe aktuell nicht die Gefährder im Straßenverkehr sind´, macht Innenminister Caffier deutlich. Jeder macht Fehler, das hängt nicht zwingend von einem fortgeschrittenen Alter ab.´

Lediglich im Bereich der getöteten Verkehrsteilnehmer ist die Gruppe der ´über 65-Jährigen´ überrepräsentiert. Dieser Anteil hat sich von 2012 auf 2013 von 27,7 % auf 30 % aller im Straßenverkehr getöteten Menschen erhöht (in absoluten Zahlen: von 23 auf 24 getöteten Menschen). Der Anteil der Schwerverletzten dieser Altersgruppe sank nur minimal und blieb bei fast 17 Prozent.

´Verkehrssicherheitsarbeit wird auch in Mecklenburg-Vorpommern langfristig durch den demografischen Wandel beeinflusst. Deshalb ist es entscheidend, schon jetzt die Weichen für die Verkehrssicherheitsarbeit der Zukunft zu stellen – ohne die bereits bestehenden Problemfelder zu vernachlässigen. Insofern wird fortlaufend zu analysieren sein, ob sich neue Schwerpunkte hinsichtlich der Verkehrsopfer- bzw. Zielgruppen zu bilden sind´, so Innenminister Lorenz Caffier.

Die im Vorjahr ´unter Beobachtung´ gestellte Gruppe der alkoholisierten Radfahrer hat sich im Jahr 2013, insbesondere bei den Unfällen mit Personenschaden mit insgesamt 72 Unfällen erfreulicherweise als rückläufig erwiesen.(2012: 103)

Polizeiliche Maßnahmen, Prävention/Repression

Innenminister Lorenz Caffier: ´Die auch im Jahr 2013 überdurchschnittlich hohe Unfallbeteiligung der jungen Fahrerinnen und Fahrer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren bereitet der Polizei unverändert Sorge. Deshalb bleiben auch die 18 bis 25-Jährigen Hauptzielgruppe der Repressions- aber auch der Präventionsarbeit im Land.´ Bereits im letzten Jahr wurde das Präventionsprojekt Crash-Kurs in Mecklenburg-Vorpommern eingeführt. Diese Veranstaltung fand im Jahr 2013 insgesamt neun Mal im Land statt und erreichte mehr als 1.420 Jungerwachsene aus Berufsschulklassen des Landes. Nach den vielen positiven Rückmeldungen ist die Fortführung des Projektes auch im Jahr 2014 für 11 Veranstaltungen geplant. Darüber hinaus wurde für dieses Jahr ein neuer, auf Mecklenburg-Vorpommern zugeschnittener ´Crash-Kurs´-Film erarbeitet, der voraussichtlich ab Mai im Rahmen der Präventionsveranstaltung den Schülerinnen und Schülern ungeschminkt die Folgen von Verkehrsunfällen aufzeigt.

Nach der Analyse der Unfalldaten bleiben wie auch in den Vorjahren die Überwachung – der zulässigen Geschwindigkeiten, – des Fahrens unter Alkohol- und Drogenbeinfluss – von Überholvorgängen und – der korrekten Gurtnutzung die Hauptfelder polizeilicher Überwachungsmaßnahmen. Hierzu wird die Polizei auch weiterhin verstärkt Anhaltekontrollen durchführen.

Bei den Anhaltekontrollen im Jahr 2013 wurden fast 10.000 Ordnungswidrigkeiten mehr festgestellt als im Jahr 2012. Das entspricht einem Anstieg um fast 17 Prozent. Auch die Zahl der polizeilich festgestellten Ordnungswidrigkeiten insgesamt ist gestiegen. So stieg diese Zahl um 9 Prozent bzw. um über 25.000, die Zahl der Anzeigen ´Geschwindigkeit´ stieg ebenfalls um 9 Prozent bzw. um fast 14.000 zum Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2013 wurden die verkehrspolizeilichen Alkohol- und Drogenkontrollen bei Fahrzeugführern fortgesetzt. So mussten über 61.000 Fahrzeugführer zu Atemalkoholvortests gebeten werden. Das heißt, es wurde wiederum mehr kontrolliert als in den drei Vorjahren. Mit insgesamt 3.443 Anzeigenaufnahmen im Ergebnis der Alkoholkontrollen wurden über 200 Verstöße mehr aufgedeckt als im Jahr davor. Im Detail wurden in diesem Deliktsfeld 1.246 Ordnungswidrigkeiten- und 2.197 Straftatenanzeigen aufgenommen. Auch die Zahl der ´Drogenkontrollen´ hat mit 4.919 Kontrollen insgesamt im Jahr 2013 um über 550 zugenommen (2012: 4.361). Dabei wurden mit 981 Feststellungen insgesamt 136 Verstöße des Fahrens unter berauschenden Mitteln (außer Alkohol) mehr als im Vorjahr angezeigt (2012: 845). Im letzten Jahr wurden im Bereich des Fahrens unter Drogeneinfluss 884 Ordnungswidrigkeiten- und 97 Straftatenanzeigen aufgenommen. Die Zahl der Strafanzeigen gegen alkoholisierte Radfahrer erhöhte sich aber weiter auf 591 (2012: 575).

Die seit Jahren durchgeführte Schwerpunktsetzung der Landespolizei bei Überprüfung der korrekten Nutzung von Gurten wurde fortgeführt. Fast 13 Prozent der Ordnungswidrigkeiten wurden in diesem Bereich festgestellt.

´Ein Rechtsstaat, der die Einhaltung von Verkehrsvorschriften nicht überwacht, wäre unglaubwürdig. Dass die Überwachungsmaßnahmen in unserem Bundesland greifen, zeigen die rückläufigen Zahlen´, fasst Innenminister Caffier die Verkehrsunfallstatistik zusammen. ´Aber auch wenn die Zahlen der Unfälle mit Personenschaden kontinuierlich zurückgehen und aktuell erneut einen historischen Tiefststand erreicht haben, ist jeder Verkehrstote einer zu viel´, mahnt Innenminister Lorenz Caffier.

Caffier weiter: ´Deshalb werden sich die Schwerpunkte der polizeilichen Überwachungstätigkeiten auch weiterhin auf die Hauptunfallursachen konzentrieren und hierbei den Fokus verstärkt auf die signifikanten Bevölkerungs-, Verursacher- und Verkehrsteilnehmergruppen legen. Außerdem setzt die Landespolizei bei der Repression weiterhin auf die Anhaltekontrollen, um direkt nach dem festgestellten Verstoß auch das verkehrserzieherische Gespräch führen zu können. Bei der Prävention werden die erfolgreichen Projekte zur Erreichung besonders gefährdeter Zielgruppen fortgesetzt. Zur Durchführung der entsprechenden Kontrollen und der Präventionsprojekte benötigt die Polizei aber auch die Ausstattung und das Personal. Das Vorhandensein der benötigten Personal- und Sachmittel sicherzustellen, ist Aufgabe der gesamten Landespolitik. Und auch deswegen werde ich mich weiterhin sehr deutlich gegen einen weiteren Personalabbau bei der Polizei einsetzen.´

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