Automatisches Notrufsystem alarmiert bei Unfall

11. April 2014 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Das Szenario ist nicht ungewöhnlich: Nach einem Verkehrsunfall sind die Betroffenen oftmals nicht in der Lage, eigenständig Hilfe zu alarmieren – oder sie wissen nicht genau, wo sie sich befinden. Hier soll das von der Europäischen Union geplante automatische Notrufsystem eCall Abhilfe schaffen, indem der Unfall automatisch gemeldet und die Rettungskräfte direkt alarmiert werden.

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Arbeitsgemeinschaft der Lei-ter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund) begrüßen ausdrücklich die Aktivitäten zur Umsetzung der europäischen Initiative: „Im Notfall zählen Sekunden. Dies gilt insbesondere, wenn Betroffene bei Verkehrsunfällen nicht mehr in der Lage sind, selbstständig Hilfe herbeizurufen oder ihren Standort bei unbekannten Örtlichkeiten nicht präzise angeben können“, heißt es in einer gemeinsamen Position der beiden Spitzenverbände.

Nach dem Willen der EU soll das Notrufsystem eCall (Kurzform für emergency call = Notruf) künftig verpflichtend in alle neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eingebaut werden. Im Fahrzeug montierte Geräte sollen sich bei einem Verkehrsunfall automatisch aktivieren und mit der einheitlichen europäischen Notrufnummer 112 verbinden. Die rascher initiierten Rettungsmaßnahmen sollen helfen, die Zahl der Verkehrstoten zu senken und die Schwere von Verletzungen im Straßenverkehr zu reduzieren. eCall ist ein wichtiges Projekt der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission.

Aus Sicht der Feuerwehren ist für einen Erfolg im Sinne einer wirkungsvollen Hilfe für Unfallbeteiligte und Rettungskräfte allerdings im Rahmen der Umsetzung ein besonderes Augenmerk auf mehrere Faktoren zu richten:

Notrufe bei Unfällen oder anderen zeitkritischen Notlagen müssen sofort und unmittelbar über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 die örtlich zuständige Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst erreichen,

die eCall-bedingte Zusatzbelastung in diesen Leitstellen muss durch eine konsequente Trennung zwischen Notrufen und nicht zeitkritischen Serviceanrufen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben und für die Leitstellenbetreiber durch zusätzlich erforderliche Technik entstehende Kosten dürfen nicht zu zusätzlichen finanziellen Belastungen für bereits jetzt stark angespannte kommunale Haushalte führen.

In der gemeinsamen Position fordern DFV und AGBF, im Rahmen der nationalen Umsetzung von eCall entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Sie warnen zudem vor der Aufschaltung von eCall-Notrufen auf Abfragestellen privater Betreiber, da es unabhängig von der Abfragequalität hierdurch in jedem Fall zu einer Verzögerung bei der Alarmierung von Feuerwehr- und Rettungsdienst-kräften käme.

Die komplette Position steht unter www.feuerwehrverband.de/positionen.html sowie www.agbf.de online zur Verfügung.

 

 

Quelle: DFV-Pressedienst

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