Zentrale Informationssammelstelle Sporteinsätze (ZIS)

7. April 2014 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

In einem Antrag fordert die Fraktion der PIRATEN im nordrhein-westfälischen Landtag das Ministerium auf, die seit 20 Jahren bewährte Arbeit der ZIS zu überdenken. Die PIRATEN bemängeln, dass „Allein die subjektive Einschätzung der örtlich zuständigen Polizeidienststellen sowie der eingesetzten und anwesenden Polizeibeamten“ ungefiltert in die Arbeit der ZIS einfließen.

Sie fordern unter anderem eine unabhängige Stelle, die insbesondere die Verletzungen statistisch aufbereiten, die durch Pfeffersprayeinsatz der Polizei entstanden sind. Mehrfach bemängelt der Antrag dass zwar die Anzahl der Verletzten bei einem Fußballspiel angegeben wird, nicht aber die Art und Weise des Zustandekommens dieser Verletzungen: „…Die ZIS unterteilt die Verletzten zwar nach Störern, Unbeteiligten und Polizisten, kann aber nicht benennen, wer oder was die Verletzungen verursacht hat. So liefern die Jahresberichte keine Angaben über die Zunahme von Verletzungen durch den seit 2000 erlaubten und seit 2007 vermehrten Pfeffersprayeinsatz seitens der Polizei. …“

Die PIRATEN glauben, dass die Forderungen nach härteren Maßnahmen und mehr Stadionverboten zu einem Verlust an Rechts- und Demokratieverständnis von Jugendlichen führt. Dabei haben die PIRATEN offensichtlich ganz spezielle Gruppen von Jugendlichen vor Augen. Sie verkennen, dass ein Großteil der Bevölkerung und auch sehr viele Jugendliche, kein Verständnis für Gewalt und Randale in und um Fußballstadien haben. Der überwiegende Teil der Bevölkerung und damit auch der überwiegende Teil der Stadienbesucher möchten Fußballspiele schauen und distanzieren sich von Gewalt und Ausschreitungen durch angebliche „Fans“, die nur auf der Suche nach Gewalt und Randale sind. Dass diese sogenannten Fans durch Polizeifachleute in Gruppen eingeteilt werden und danach auch einsortiert werden, ermöglicht erst einen auf die jeweilige Situation angepassten Polizeieinsatz. Richtig ist die Annahme der PIRATEN dass „… Nur aufgrund verlässlicher Datengrundlagen können geeignete präventive und sonstige Maßnahmen eingeleitet werden, und nur bei richtiger Einschätzung der Gewaltsituation könnte auch der polizeiliche Aufwand an Personal und Material … und hier sollte es richtig heißen: „eingeplant“ und nicht: „… reduziert werden.“

Die DPolG NRW hat in ihrer Stellungnahme deutlich gemacht, dass nur durch die gute Netzwerkarbeit der seit über 20 Jahren bestehenden ZIS entsprechende Fußballeinsätze erst vernünftig vorbereitet und durchgeführt werden können. Die DPolG ist sich mit den Fachleuten einig: Der Schwerpunkt der Arbeit der ZIS liegt damit im Informationsaustausch, um den mit Fußballeinsätzen betrauten Polizeibehörden die notwendigen zur Einsatzbewältigung erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen.

Nichtsdestotrotz unterliegt auch dieses Verfahren aufgrund sich veränderter Rahmenbedingungen einer Überprüfung. Um einer zukünftigen Vergleichbarkeit Rechnung zu tragen, wurde die Erfassung und Darstellung der dritten Liga eingeführt sowie neben der Erhebung der Verletzten auch die gesonderte Erfassung der Ordner implementiert. Zudem werden die Ursachen der Verletzungen nach unterschiedlichen Schlüsseln erfasst.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.