Ein Jahr bundesweites Hilfetelefon

1. April 2014 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Schleswig-Holstein | Drucken

Anlässlich des heute in Berlin vorgestellten Jahresberichts zur vor einem Jahr freigeschalteten bundeweiten Notrufnummer 08000 116 016 erklärte in Kiel Gleichstellungsministerin Kristin Alheit: „“Die erste Jahresbilanz des bundesweiten Frauennotrufs ist eine Erfolgsbilanz mit bitterem Beigeschmack. Jeder Anruf bestätigt, dass Gewalt gegen Frauen noch immer alltäglich ist. Dies fordert entschlossene Antworten der Gesellschaft insgesamt, eine konsequente Verfolgung der Täter und eine intensive Unterstützung der betroffenen Frauen“!“

Die Ministerin verwies auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Beratungsstellen sowie auf die Förderung eines umfangreichen flächendeckenden Hilfsangebotes. Alheit sagte: „“Ich bin sehr froh darüber, dass es einen bundesweiten Frauennotruf gibt, an den sich Frauen in Notsituationen rund um die Uhr wenden können. Er ist eine gute Ergänzung der Hilfen in Schleswig-Holstein und überall in Deutschland“.“

Die Anruferinnen erhielten direkten Rat und Beistand und würden auf Wunsch zu Hilfs- und Beratungsangeboten vor Ort weiter vermittelt. Alheit hob hervor, dass die einheitliche Rufnummer Hilfe leichter zugänglich macht und die Funktion eines Markenzeichens habe, das die Kenntnis von Hilfen für gewaltbetroffene Frauen stärke.

Landesweit werden 16 Frauenhäuser mit insgesamt 319 Plätzen und 24 Frauenberatungsstellen und -notrufe durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung finanziell gefördert. Das Sozialministerium bietet für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen die Broschüre „Nur Mut – Handlungsmöglichkeiten für Frauen in Gewaltbeziehungen“ in mehreren Sprachen an. Sie kann auf der Internetseite des Ministeriums bestellt oder direkt heruntergeladen werden.

 Hintergrund:

In Deutschland haben nach aktuellen Erhebungen 35 Prozent aller Frauen schon einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlitten. 22 Prozent sind mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch ihren Lebenspartner betroffen gewesen. In Schleswig-Holstein suchen jährlich rund 1.100 Frauen mit ihren Kindern Zuflucht in einem Frauenhaus; rund 11.000 Frauen wenden sich aufgrund von Gewalterfahrungen oder auf der Suche nach psychosozialer Unterstützung an die Frauenberatungsstellen und -notrufe.

Adressen und Telefonnummern von Frauenunterstützungseinrichtungen in Schleswig-Holstein finden sich unter www.frauenhaeuser-sh.de und www.frauenberatung-sh.de.

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