Polizei muss nach Großlagen in die Medien-Offensive gehen

28. März 2014 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Polizei muss nach so genannten Großlagen wie Demonstrationen deutlich schneller öffentlich agieren. Das sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern (IMK), Nordrhein-Westfalens Innenressortchef Ralf Jäger, in einem Exklusiv-Interview in der April-Ausgabe der Zeitschrift „DEUTSCHE POLIZEI“ (DP). Jäger: „Wir müssen noch stärker berücksichtigen, dass wir in einer Informationsgesellschaft leben. Wer die Hoheit über die Bilder hat, hat die Hoheit über die Meinungsbildung. Nachrichten verbreiten sich über soziale Netzwerke mit rasantem Tempo.“

Und es müsse dort berichtet werden, wo das Ereignis stattfinde und „es muss am selben Tag passieren, weil bei YouTube und Twitter die Nachrichten schon laufen“. Besonders auf links- und rechtsextremistischen Kanälen wird die Polizei nach Konflikteinsätzen oft mit falschen Anschuldigungen überhäuft. Da müsse die Polizei mit ihrer Informationspolitik energisch gegenhalten, so der IMK-Vorsitzende.

 

Jäger weiter: „Wir dürfen ihnen nicht das Feld überlassen. Aber man muss auch selbstkritisch sagen: Es gibt bei Großlagen faktisch keine fehlerfreien Einsätze.“ Polizeibeamtinnen und -beamte seien Menschen, und Menschen machten Fehler. Polizei sollte eingestehen können und dürfen, wenn etwas nicht gut gelaufen sei. „Mit einer solchen Haltung behält sie das Vertrauen der Öffentlichkeit.“

Die Polizei verfüge über hervorragendes Material, mit dem sie argumentieren könne, erläuterte Jäger, und verwies dabei auf Bildaufnahmen der Beweissicherungs-Trupps. „Ich nehme ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Das Spiel Schalke gegen Saloniki. Da ist der Polizei vorgeworfen worden, 80 Verletzte durch den Einsatz von Pfefferspray verursacht zu haben, weil eine Kurve gestürmt wurde. Die polizeilichen Aufnahmen, die ich einige Tage später gesehen habe, zeigen ein völlig anderes Bild.“ Mit einer schnelleren Pressearbeit lasse es sich vermeiden, dass „sich auf Grund falscher Informationen in der Bevölkerung ein verzerrtes Meinungsbild festsetzt“.

Innenminister Jäger zu DP: „Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf umfassende Informationen, um sich ein objektives Bild machen zu können.“

 

Quelle: GdP Bundesvorstand

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