Tolle Kripo? Bald nur noch im Fernsehen!

24. März 2014 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Ausbildung junger Kriminalkommissar/innen leidet – „Alte Hasen“ verraten den „Jungen Hüpfern“ die Tricks und Kniffe aus der beruflichen Praxis als wertvolle Ergänzung zu den aktuellen, theoretischen Grundlagen. Durch falsche Schwerpunktsetzung und kopflose Personalpolitik ist nun Schluss damit. Berufsanfänger ohne ausreichende Erfahrung müssen Laufbahnbewerber ausbilden, nicht als Notlösung, sondern als Konzept für die nächsten Jahre.

„Alte Hasen“ verraten den „Jungen Hüpfern“ die Tricks und Kniffe aus der beruflichen Praxis als wertvolle Ergänzung zu den aktuellen, theoretischen Grundlagen. Diese Kombination war über Jahrzehnte in allen Berufssparten erfolgreich. Die falsche Schwerpunktsetzung und kopflose Personalpolitik im Öffentlichen Dienst und damit in der Polizei macht jetzt Schluss damit. Nun geht es nur noch um die Frage, wer ist grüner hinter den Ohren, der Ausbilder oder der Auszubildende. Berufsanfänger ohne ausreichende Erfahrung müssen Laufbahnbewerber ausbilden, nicht als Notlösung, sondern als Konzept für die nächsten Jahre. Erfolgreiche Kripoarbeit lebt aber neben wissenschaftlicher Kenntnis auch von Erfahrung! Hintergrund der Misere:

1. Fehler: Einstellungsstopp und Verkürzung der Praxisanteile

Jahrelang wurden notwendige Einstellungen bei der Kripo dem schuldenfreien Landeshaushalt geopfert. Jetzt (viel zu spät!) versucht man durch verstärkte Einstellungen gegenzusteuern. Es fehlt an Ausbildern, an Schulungsräumen, Ausstattung und Material. Zu viele Praktikanten schwemmen zeitgleich in die Dienststellen.

2. Fehler: Arbeitszeitänderung

Gegen den Willen und Rat der Betroffenen und mit fadenscheinigen Argumenten wurde der Schichtdienst im kriminalpolizeilichen Sofortdienst umgestellt, mit so großen Verschlechterungen, dass man verstärkt junge Berufsanfänger dort verwenden musste. Diese lernen selbst noch und sollen jetzt selbst ausbilden.

3. Fehler: Verkennen der Dimension

Hier geht es nicht um Standesdünkel oder „nice to have“. Hier geht es um die Sicherheit Berlins. Der NSU Untersuchungsausschuss und der Deutsche Bundestag haben auch Berlin dazu verpflichtet, für eine kompetente und professionelle Kripo zu sorgen. Dafür dass Berlin dies konsequent ignoriert, hat sich die Politik und nicht die Kripo zu verantworten.