Justizministerin besucht Justizvollzugsanstalt Lingen

21. März 2014 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat heute die Justizvollzugsanstalt in Lingen besucht, um sich einen persönlichen Eindruck von der Hauptanstalt und den angeschlossenen Abteilungen in Groß Hesepe sowie in Lingen-Damaschke zu verschaffen.

Die Justizvollzugsanstalt Lingen ist auf insgesamt fünf Standorte verteilt. Die Hauptanstalt in Lingen verfügt über 232 Haftplätze, die Abteilungen in Groß Hesepe über 262, in Lingen-Damaschke über 258, in Osnabrück Kollegienwall über 45 und in Osnabrück Schinkelstraße über 37 Haftplätze.

In der Hauptanstalt Lingen ist das Niedersächsische Justizvollzugskrankenhaus zur stationären Versorgung kranker Gefangener für die Länder Niedersachsen und Bremen eingegliedert. Weiterhin verfügt die Anstalt über die Möglichkeit der sozialtherapeutischen Behandlung von Gefangenen. Hier werden als gefährlich eingestufte Straftäter therapeutisch behandelt.

Niewisch-Lennartz: „Ich habe heute sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennengelernt. Der Strafvollzug in Lingen mit seinen angegliederten Abteilungen ist hervorragend aufgestellt. Das Vollzugskrankenhaus und die sozialtherapeutische Abteilung setzen hohe Maßstäbe für eine medizinische und sozialtherapeutische Behandlung, die sich auch außerhalb der Mauern des Justizvollzuges nicht zu verstecken brauchen.“

 

Hintergrund:

Das Justizvollzugskrankenhaus in der Justizvollzugsanstalt Lingen verfügt über eine Station für Innere Medizin und Allgemeinmedizin mit 32 Betten, eine chirurgische Station mit 29 Betten, eine Station für Langzeiterkrankte mit zehn Betten und eine psychiatrische Abteilung mit zwölf Betten. Insgesamt sind acht Betten der Behandlung von weiblichen Inhaftierten vorbehalten. Moderne Operations- und Behandlungsräume ergänzen die Stationen, um eine medizinische Versorgung zu gewährleisten, wie sie auch jedem Patienten außerhalb des Vollzuges zusteht. Behandlungen, die in Einzelfällen hier nicht erfolgen können, werden in öffentlichen Krankenhäusern durchgeführt. Dabei werden die Gefangenen durchgehend von Justizvollzugsbediensteten überwacht.

Die sozialtherapeutische Abteilung der JVA Lingen hat eine Tradition von ca. 20 Jahren. 2004 wurde sie auf 46 Behandlungsplätze erweitert, um alle Sexualstraftäter und andere gefährliche Straftäter behandeln zu können, bei denen eine Therapie angezeigt ist. Zum Behandlungskonzept zählen die Unterbringung und das soziale Lernen in Wohngruppen, einzel- und gruppentherapeutische Maßnahmen, Deliktbearbeitung und eine intensive Entlassungsvorbereitung. Sie beinhaltet auch eine schrittweise Erprobung in Vollzugslockerungen und eine frühzeitige Einbeziehung der Bewährungshilfe. Die Behandlung dauert in der Regel zwei bis vier Jahre. Zur Krisenintervention ist eine Wideraufnahme auf freiwilliger Grundlage möglich. Von dieser Möglichkeit wird von den entlassenen Gefangenen auch Gebrauch gemacht.

In der Abteilung Groß Hesepe sind ausschließlich Strafgefangene, die nicht als ausbruchsgefährdet angesehen werden und die gemeinschaftsfähig sind, zum großen Teil in offenen Wohngruppen untergebracht.

Die Abteilung Damaschke ist eine Abteilung des offenen Vollzugs. In einer geschlossenen Aufnahmeabteilung wird zunächst die individuelle persönliche Eignung geprüft und entschieden, ob der Gefangene im offenen Vollzug verbleiben kann oder ob er in den geschlossenen Vollzug verlegt werden muss. Die Abteilung Damaschke ist die größte Anstalt des offenen Vollzuges in Niedersachsen. Sie wurde vor ca. 50 Jahren gebaut, um Freiheitsstrafen zu vollziehen, die zu dieser Zeit als Reaktion auf Trunkenheitsfahrten verhängt wurden. Daher nannte sich die Anstalt im Volksmund auch „Lenkradsruh“. Nach der Strafrechtsreform von 1969, wonach Trunkenheitsfahrten nicht mehr sofort mit Freiheitsstrafen geahndet wurden, wurde die Anstalt für den offenen Vollzug, überwiegend für den Erstvollzug von Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren, genutzt.

In der Abteilung Osnabrück Kollegienwall befinden sich ausschließlich Untersuchungsgefangene.

Die Abteilung Osnabrück Schinkelstraße hat ausschließlich Plätze für Gefangene des offenen Vollzuges, die im Freigang außerhalb der Anstalt zur Arbeit eingesetzt sind. Fast alle Gefangenen haben einen mit ihren Arbeitgebern abgeschlossenen Vertrag, der den jeweiligen Tarifverträgen entspricht. Nicht wenige Gefangene können auch nach der Entlassung ihre Arbeit behalten.

 

 

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