Fragezeichen hinter fünf Prozent der Todesfälle

20. März 2014 | Themenbereich: Justiz | Drucken

„Mecklenburg-Vorpommern setzt seit Jahren die zweite Leichenschau vor Feuerbestattungen durch Fachärzte der Rechtsmedizin um. In fünf bis sechs Prozent der Fälle halten die Experten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Greifswald die Bestattung an, da Auffälligkeiten bei der zweiten Leichenuntersuchung entdeckt wurden. In der Folge konnten so bereits ungeklärte Verbrechen aufgedeckt werden“, sagte Justizministerin Kuder nach ihrem Besuch im Institut für Rechtsmedizin in Greifswald.

„Ärzte können theoretisch in den meisten Fällen schon erkennen, ob ein Mensch auf nicht natürliche Weise starb. Doch dieses Wissen muss regelmäßig aufgefrischt werden, um mögliche Verletzungen entdecken zu können oder die Todesart auch sonst richtig einzuordnen. Die Ärztekammer sollte eine solche Weiterbildung mindesten einmal jährlich anbieten. Ich bin mir sicher, dass das Greifswalder Institut für Rechtsmedizin die Fortbildungen durchführen würde“, so die Ministerin.

„Die äußere Leichenschau zu verbessern war bereits Thema einer Justizministerkonferenz. Danach hatten Vertreter meines Hauses mit dem zuständigen Sozialministerium über Maßnahmen beraten, die offenbar vor der Umsetzung stehen. Im Ergebnis geht es um einheitliche Meldepflichten bei bestimmten Situationen, in denen Tote aufgefunden werden. Die Qualitätskontrolle von Todesbescheinigungen, die Fortbildung von Ärzten und die stärkere Einbeziehung der Rechtsmedizin sind zentrale Punkte. Ich werde mich in Kürze mit der Sozialministerin des Landes über dieses Thema austauschen“, sagte Ministerin Kuder.

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