Dank für ehrenamtliches Engagement beim Opferschutz

20. März 2014 | Themenbereich: Brandenburg, Justiz | Drucken

Auf einer landesweiten Veranstaltung des Weissen Rings zum „Tag der Kriminalitätsopfer 2014“ dankte Justizstaatssekretär Dr. Ronald Pienkny in Finsterwalde dem Engagement des Vereins. Die Tagung widmete sich der Stellung des Opfers im Ermittlungs- und Strafverfahren.

Pienkny sagte in einem Grußwort dazu: „Die richtige Betreuung von Opfern ist ein wesentlicher Aspekt im Verlauf eines Strafverfahrens. Opfer stehen als Zeugen im Mittelpunkt des Strafverfahrens und werden mit dem Angeklagten in einer Hauptverhandlung konfrontiert. Doch die Bedürfnisse der Opfer gehen über das eigentliche Strafverfahren und damit der Aufklärung der Straftat weiter hinaus: Neben dem Wunsch nach Sicherheit vor weiteren Straftaten steht die Wiederherstellung der Würde, der materielle Ausgleich des erlittenen Schadens und vor allem die Bewältigung des aus der Straftat resultierenden Traumas im Vordergrund.“ Dabei leisteten die Mitarbeiter des Vereins Weisser Ring einen wichtigen Beitrag.

Neben der ehrenamtlichen Hilfe sei jedoch auch der Staat in der Pflicht, Opfern von Straftaten zu helfen. So wurde in den vergangenen Jahren die Stellung von Opfern im Strafverfahren gesetzlich verbessert. Dennoch seien weitere Anstrengungen nötig. Die Einrichtung von Zeugenschutzzimmern in und die Anwesenheit von Zeugenbetreuern an den Gerichten sind für Brandenburg von besonderer Bedeutung. So könne am Verhandlungstag eine nicht gewollte Kontaktaufnahme zwischen Täter und Opfer außerhalb der Gerichtsverhandlung verhindert werden.

Pienkny wies auch darauf hin, dass Opfer nicht auf eine ausschließlich schutzbedürftige Rolle reduziert werden sollten. „Vielmehr geht es darum, die Folgen der Tat gemeinsam zu bearbeiten und damit ein aktives, selbstbestimmtes Leben neu zu starten. Dies gelingt vor allem durch die Bearbeitung der Folgen der Tat, aber auch durch konkrete Wiedergutmachungserfahrungen durch den Täter. Auch für den Täter ist dieses aktive Wiedergutmachen des Schadens eine wirksame und nicht zu verleugnende Reaktion auf die Tat.“

Den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich sensibel und professionell um Opfer von Gewalt und Kriminalität kümmern, sprach Justizstaatssekretär Pienkny seinen besonderen Dank aus.

Hintergrund:

Der „Tag der Kriminalitätsopfer“ wird seit 1991 vom Weissen Ring organisiert. Ziel ist es, daran zu erinnern, dass durch Gewalt und Kriminalität geschädigte Menschen aufgrund ihrer persönlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Situation auf Schutz, praktische Hilfe und Solidarität unserer Gesellschaft angewiesen sind. Zum „Tag der Kriminalitätsopfer“ finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt.