Kampf gegen elektronische Spionage und Sabotage

18. März 2014 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

„Den Spionage- und Sabotagegefahren aus dem Netz gilt es aktiv entgegenzutreten, gerade auch zum Schutz unserer bayerischen Unternehmen“. Mit diesen Worten gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute den Startschuss für eine bisher beispiellose Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft im Bereich der Cybersicherheit. In enger Zusammenarbeit zwischen den bayerischen Industrie- und Handelskammern informieren Experten des Cyber-Allianz-Zentrums im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz und Fachleute des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht von März bis Mai 2014 systematisch alle interessierten bayerischen Unternehmen über die Gefahren von elektronischer Spionage und Sabotage. In den acht Veranstaltungen quer durch alle Regierungsbezirke gibt es praktische Hinweise und Tipps zum Schutz vor Angriffen aus dem Netz sowie wertvolle Beratung. „Dies ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der im April 2013 von der Staatsregierung ins Leben gerufenen bayerischen Cybersicherheitsstrategie – ein partnerschaftlicher Schulterschluss zwischen Staat und Wirtschaft für mehr Sicherheit im Netz.“

Die Internetkriminalität ist weltweit auf dem Vormarsch. Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland war bereits Opfer von Industriespionage. 2013 stiegen in Bayern die Internetstraftaten im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent auf 24.292 Fälle an. Im Januar 2014 informierte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik über bundesweit 16 Millionen gehackte E-Mail-Konten.

Die Bayerische Staatsregierung hatte schon im April 2013 mit einer eigenen Cybersicherheitsstrategie reagiert: Hierzu wurde im Innenministerium ein eigenes Sachgebiet „Cybersicherheit“ geschaffen. „Seine Aufgabe ist es, alle strategischen Belange der Cybersicherheit im Ministerium, mit den Ressorts der Staatsregierung, sowie mit den Partnern in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zu koordinieren und die Entwicklung von übergreifenden Lösungsansätzen und -strategien voranzutreiben“, so Herrmann.

Seit Juli 2013 bietet das Cyber-Allianz-Zentrum im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz Bayerns Unternehmen praktische Hilfe und Beratung und dient diesen sowie den Betreibern kritischer Infrastrukturen als zentraler und kompetenter Ansprechpartner bei möglichen Cyber-Angriffen. Daneben berät das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht kleine und mittelständische Unternehmen in Fragen des Datenschutzes.

„Auch die Bayerische Polizei hat sich zur Bekämpfung der Internetkriminalität völlig neu aufgestellt“, so der Innenminister. Dazu wurde beim Bayerischen Landeskriminalamt ein neues Cybercrime-Kompetenzzentrum eingerichtet. Zudem gibt es flächendeckend bei der Kriminalpolizei spezielle Cybercrime-Einheiten und bessere Aus- und Fortbildungsangebote. Herrmann: „Eine große Rolle spielen auch die sogenannten ‚Cybercops‘. Mit diesen erstmals 2012 extra zu Polizisten ausgebildeten EDV-Spezialisten hat die Bayerische Polizei sehr gute Erfahrungen gemacht und eine bundesweite Vorreiterrolle eingenommen. Die derzeit 25 Cybercops werden noch in diesem Jahr verdoppelt. In den nächsten Jahren ist eine weitere Verstärkung geplant. Zudem werden bei der Kriminalpolizei hochmoderne Cyber-Labore eingerichtet.“