Ärztliche Leichenschau verbessern!

13. März 2014 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Den durch eine Veröffentlichung der Märkischen Allgemeinen (MAZ) öffentlich gewordene Fall aus Prenzlau, bei dem eine Notärztin bei einem Verstorbenen mehrere Messerstiche übersehen haben soll, nimmt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) – Landesverband Brandenburg – erneut zum Anlass, eine verbesserte ärztliche Leichenschau durch speziell dafür ausgebildete Ärzte sowie deutlich mehr Obduktionen zu fordern. Der Prenzlauer Fall sei die zufällig erkannte Spitze eines Eisberges unerkannter Tötungsverbrechen, so der BDK-Landesvorsitzende Riccardo Nemitz (40).

Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Leichenschau oftmals nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Art und Weise, nämlich an der vollständig entkleideten Leiche unter Einbeziehung aller Körperregionen einschließlich der Körperöffnungen durchgeführt werde. So fordert es jedenfalls das Brandenburgische Bestattungsgesetz. Verstöße könnten selbst bei Fahrlässigkeit durch die Gesundheitsbehörden geahndet werden. Das Gesetz droht Geldbußen bis zu 10 000 Euro an.

Bedauerlich sei, dass die von einer Arbeitsgruppe des Bundesjustizministeriums vor Jahren vorgelegten Reformvorschläge an der Zustimmung der Bundesländer gescheitert seien. Damit habe man sich eine Chance vergeben, das Dunkelfeld unerkannter Tötungsdelikte aufzuhellen. Das sei vielleicht gut für die Kriminalstatistik, nicht aber für die Rechtssicherheit, so Nemitz abschließend.

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