Kriminalität in den Grenzgemeinden: Mangelnde Fachlichkeit und Personalabbau entfalten ihre Wirkung!

12. März 2014 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Nur eine Woche nach der Verkündung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2013 wurden heute die Zahlen für die Grenzgemeinden durch Innenminister Ralf Holzschuher und Polizeipräsidenten Arne Feuring vorgestellt. Bereits letzte Woche waren die Zahlen besorgniserregend. Doch die heutigen Zahlen sprechen eine noch deutlichere Sprache, so Riccardo Nemitz (40) Landesvorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK): „Kein Wunder in einem Bundesland, das seit der Wende keine Kriminalisten mehr ausbildet und noch dazu die Polizei zunehmend personell ausblutet. Diese Fehlentwicklung muss sofort korrigiert werden!“

Nemitz sieht zwei Haupt-Ursachen der defizitären Entwicklung: Zum einen die seit Jahren stiefmütterlich betriebene Ausbildung, so dass seit der Wende keine ausgebildeten Kriminalisten mehr im Land Brandenburg eingestellt wurden. Dies gepaart mit dem stetigen Personalabbau sei kreuzgefährlich!

Seit Jahren falle die Zahl der ermittelnden Tatverdächtigen, wie die beigefügte Grafik verdeutlicht, und mit ihr die Verurteilungen. Der generalpräventive Effekt, welcher mit Verurteilungen verbunden ist, stelle sich so nicht ein – sehr zur Freude der Kriminellen! Nicht selten handele es sich bei den Tätern um osteuropäische Banden, welchen nur mit Fahndungs- und Ermittlungsdruck durch die Kripo begegnet werden könne. Allein auf sichtbare Präsenz zu setzen, wie ständig von der Landeregierung betont wird, greife da nun einmal zu kurz. Wie in der Präsentation des Ministers zu entnehmen ist, sei die Bearbeitung von Bandenverfahren sehr personalintensiv und erfordere Spezialwissen und Zeit! Genau an dieser Stelle müsse man ansetzen. Nemitz wiederholte die jahrelange BDK-Forderung nach einer speziellen Ausbildung und dem damit verbunden Direkteinstieg zur Kripo, für mehr Fachlichkeit und die überfällige Wende beim Altersdurchschnitt. Ebenso müsse der Personalabbau umgehend gestoppt werden. Alles andere trage weiter zur Verschlechterung der Lage bei!

 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.