Steigende Kriminalität frisst Ermittlungserfolge auf

11. März 2014 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in dem leichten Rückgang der im Jahr 2013 in NRW verübten Straftaten um 2,2 Prozent keinen Grund zur Entwarnung. „Wo wir als Polizei mehr Präsenz gezeigt haben, ist nicht nur die Zahl der Straftaten gesunken, sondern wir haben auch mehr Täter überführen können“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert. „Gleichzeitig gibt es aber hohe Zuwachsraten bei Straftaten, die besonders ermittlungsintensiv sind. Deshalb nutzt uns der Rückgang der absoluten Zahl aller Straftaten relativ wenig.“ Sorge bereitet der GdP vor allem der enorme Anstieg der Computerkriminalität (+ 21,5 Prozent), der Taten im Internet (+ 30,6 Prozent) und der Tageswohnungseinbrüche (+ 4,8 Prozent). „In diesen Deliktsfeldern übersteigt der Zuwachs bei den Taten zum Teil die Erfolge, die wir bei der Verfolgung der Täter erzielt haben“, sagte Plickert.

So konnte die Polizei in NRW dank neuer Fahndungskonzepte in den vergangenen drei Jahren die Zahl der aufgeklärten Wohnungseinbrüche um 11 Prozent erhöhen, von 6 586 auf 7 476 Fälle. Im gleichen Zeitraum stieg aber die Zahl der verübten Einbrüche von

50 368 auf 54 953 Fälle, so dass die Aufklärungsquote bei 13,6 Prozent verharrt. 2009 lag sie noch bei 14,4 Prozent. „Das Beispiel zeigt, dass die Polizei in NRW personell an ihre absolute Kapazitätsgrenze gestoßen ist. Meine Kolleginnen und Kollegen machen eine gute Arbeit, aber sie können mit dem wachsenden Fallaufkommen nicht Schritt halten“, sagte Plickert.

Auch bei den im Internet verübten Delikten sieht die GdP die Polizei vor enorme Probleme gestellt: „Die hohen Steigerungsraten sind nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich traditionelle Deliktsfelder wie der klassische Betrug immer mehr in den virtuellen Bereich verlagern. Uns fehlen die Auswertekapazitäten und IT-Experten, um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können“, warnte der GdP-Vorsitzende. Weil die Täter oft im Ausland sitzen, fordert die GdP zudem international einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen zur Bekämpfung der Internetkriminalität. Dringenden Handlungsbedarf sieht die GdP auch bei der Bekämpfung der Kinderpornografie (+ 14,8 Prozent). „Ohne die Vorratsdatenspeicherung können sich viele Täter, die ihre Opfer oft für ein ganzes Leben schädigen, der Strafverfolgung entziehen. Das ist absurd und zeigt, wie weit die aktuelle Diskussion um eine Strafverschärfung von der Realität entfernt ist“, sagte Plickert.

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