Zahl der Verkehrsunfälle auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren

5. März 2014 | Themenbereich: Thüringen, Verkehr | Drucken

 

Für das Jahr 2013 ist ein nahezu durchweg positives Ergebnis in der Verkehrsunfallentwicklung zu verzeichnen. Das erklärte Thüringens Innenminister Jörg Geibert bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik am Dienstag (4. März 2014) in Erfurt. Auch mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre zeige sich eine positive Tendenz. „In fast allen Positionen sind wir auf dem langjährigen Tiefststand. Bei den tödlich verunglückten Personen ist der zweitniedrigste Stand festzustellen.“

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 54.110 (- 2,1 %) Verkehrsunfälle registriert. Das sind 1.168 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr. Wiederum zurückgegangen ist die Anzahl der durch Verkehrsunfälle verunglückten Personen im vergangenen Jahr – gegenüber 2012 um 6,5 Prozent.

Es ereigneten sich 6.296 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen 8.118 Personen verunglückten. Das sind 562 Personen weniger als 2012. Der Anteil der Verkehrsunfälle mit Personenschaden am gesamten Verkehrsunfallaufkommen beträgt 11,6 Prozent. Im Vergleich zu 2012 nahmen diese Verkehrsunfälle um 5,7 Prozent ab. Im Jahr 2013 starben 122 Personen bei Straßenverkehrsunfällen, das sind 4 Personen weniger im Vergleich zu 2012.

Mit einem Anteil von 67,7 % (36.650 Unfälle) ereigneten sich die meisten aller Verkehrsunfälle innerhalb von Ortschaften. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier ein leichter Anstieg um 0,9 Prozent (301 Unfälle) zu verzeichnen.

Auf den Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich 2013 7,8 Prozent weniger Verkehrsunfälle als im Jahr 2012.

An der Spitze der Hauptunfallursachen lag auch im Jahr 2013 wieder die „überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit“ mit fast 34 Prozent. Unverändert in der Reihenfolge blieben auch die weiteren Hauptunfallursachen „Nichtbeachtung der Vorfahrt/Vorrang“ mit einem Anteil von ca. 22 Prozent sowie die Unfallursache „Fehlerhaftes Abbiegen/ Wenden“ mit einem Anteil von knapp 17 Prozent. Die Reihenfolge getauscht haben die Unfallursache „Fahren unter Alkoholeinwirkung“ mit einem Anteil von 13,8 Prozent (im Vorjahr 15,6 Prozent) mit der Hauptunfallursache des zu geringen Abstandes mit einem Anteil von 14,1 Prozent.

Bei den Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweirädern ist positiv zu verzeichnen, dass die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2013 um 5,4 Prozent zurückgegangen ist. Das sind 69 Verkehrsunfälle weniger als 2012. Im Jahr 2013 verunglückten 25 motorisierte Zweiradfahrer tödlich. Somit verunglückte im Vergleich zum Vorjahr eine Person weniger.

Eine positive Entwicklung ist bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinwirkung zu verzeichnen. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinwirkung ging um 18 Prozent zurück.

Der Anteil der Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter Alkoholeinwirkung war um 15,3 Prozent rückläufig. Der Anteil der Leichtverletzten ist um 13,9 Prozent und der der Schwerverletzten um 25,3 Prozent rückläufig. Gegenüber dem Vorjahr waren mit 4 Getöteten 8 Menschenleben weniger zu beklagen.

Bei den Radfahrern ist Fahren unter Alkoholeinwirkung nach wie vor die Hauptunfallursache. Die Beteiligung von Radfahrern an Verkehrsunfällen ist um 194 Unfälle (11,5 Prozent) rückläufig. Über 50 Prozent der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Radfahrern wird durch diese selbst verursacht.

Einen besonderen Platz nehmen die jungen Fahrerinnen und Fahrer von 18 bis einschließlich 24 Jahren ein. Im Jahr 2013 setzt sich auch in dieser Gruppe der Verkehrsteilnehmer die positive Entwicklung der letzten Jahre fort.

Im Jahr 2012 lag die Anzahl der erfassten Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Fahrerinnen und Fahrer mit 9.702 erstmals unter Zehntausend. Im letzten Jahr wurden mit 8.335 Unfällen nochmals 1.367 Unfälle (14,1 Prozent) weniger als 2012 registriert. Etwa 76 Prozent dieser Verkehrsunfälle wurden durch sie selbst verursacht. Die häufigste Unfallursache war in dieser Verkehrsteilnehmergruppe die „nicht angepasste Geschwindigkeit“, gefolgt von Vorrang-/Vorfahrtsfehlern, dem Unterschreiten des Sicherheitsabstandes, dem Fehler beim Abbiegen/Wenden und leider auch das Fahren unter Alkoholeinwirkung. Erfreulich ist die Tatsache, dass bei der Unfallursache „Fahren unter Alkoholeinwirkung“ insgesamt ein deutlicher Rückgang sichtbar wurde und diese Unfallursache bei den jungen Fahrerinnen und Fahrern statt des 2. nun den 5. Platz einnimmt. Ebenso positiv ist auch der Rückgang bei Verkehrsunfällen unter Einfluss von Drogen zu vermerken.

Die Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahre waren im Jahr 2013 an 8.399 Verkehrsunfällen beteiligt. Das sind 68 Unfälle (0,8 Prozent) mehr zum Vorjahr. Fast 74 Prozent dieser Verkehrsunfälle wurde von dieser Altersgruppe selbst verursacht. Die Hauptunfallursache ist der Vorrang-/Vorfahrtsfehler, gefolgt vom Fehler beim Abbiegen/Wenden, der nicht angepassten Geschwindigkeit und dem Unterschreiten des Sicherheitsabstandes.

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