60.000 Tage Arbeit für die Gemeinschaft statt Gefängnis

5. März 2014 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Strafvollzug | Drucken

Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Wer eine Geldstrafe nicht zahlen kann und seine Schuld zum Wohle unserer Gesellschaft abarbeitet, sollte ebenso rehabilitiert sein“

„Eine Geldbuße zu bezahlen, ist für viele Menschen eine hohe Hürde. Vor allem in den fast 2.900 Fällen, in denen voriges Jahr Geldstrafen ausgesprochen wurden, die die Verurteilten nicht begleichen konnten. Gut die Hälfte dieser Fälle wurde gemeinnützig abgearbeitet“, sagte Ministerin Kuder. Diese Möglichkeit nennt sich in Mecklenburg-Vorpommern seit mehr als zehn Jahren „Schwitzen statt sitzen“.

„Wenn gemeinnützige Vereine die Arbeitskräfte etwa für Landschaftspflege nutzen können und die betroffenen Menschen dadurch ihre Tagessätze begleichen, ist beiden Seiten geholfen. Bloßes Wegsperren würde die Situation vieler Betroffener meist verschlimmern. Gemeinnützige Arbeit zum Wohle unserer Gesellschaft ohne aus dem sozialen Umfeld gerissen zu werden, öffnet dagegen das Bewusstsein für die zweite Chance. Wer diese nutzt, sollte ebenso rehabilitiert sein“, so die Justizministerin.

„Gemeinnütziges Abarbeiten von Geldstrafen hat voriges Jahr 60.000 Hafttage vermieden und die Landeskasse um rund 430.000 Euro entlastet. Das ist gut, da die Kosten für einen Hafttag jährlich steigen. Vor zehn Jahren waren es noch etwas mehr als 100 Euro pro Hafttag. Heute liegt unser Land bei rund 123 Euro“, so die Ministerin.

Die Staatsanwaltschaften haben 2013 in rund 2.900 Fällen Geldstrafen vollstreckt. Gut die Hälfte davon wurde in gemeinnütziger Arbeit abgegolten, die andere Hälfte der Fälle wurde im Gefängnis als Ersatzfreiheitsstrafe (EFS) verbüßt. Im Schnitt waren es voriges Jahr 92 Menschen pro Tag (2012: 97, 2004: 71 EFS-Verbüßer pro Tag)