Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) Berlin – Aufklärungsquote weiter im freien Fall

4. März 2014 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Seit Jahre sinkt die Aufklärungsquote in Berlin. Nachdem bereits 2012 ein historisches Tief erreicht war (44,7 %), wurde dieses nun im vergangenen Jahr mit nur 43,7 % Aufklärungsquote erneut unterboten.

Ist der Rückgang bei den Kontrolldelikten wie beispielsweise Beförderungserschleichung die Ursache? Vielleicht in Teilen. Immerhin lässt sich die Menge der Feststellungen ja durch die Menge der Kontrollen fast direkt beeinflussen. Haben wir also die richtigen Konzepte? War es richtig Gefangenensammelstellen zu schließen und einen Rückgang der erkennungsdienstlichen Behandlungen in Kauf zu nehmen? War es richtig ein funktionierendes Programm zur Unterstützung der erkennungsdienstlichen Behandlung und Lichtbildvorlagen durch ein nicht funktionierendes zu ersetzen?

„Es gilt, vielversprechende Ansätze wie beispielsweise beim Wohnraumeinbruch, weiter zu verfolgen: operative Arbeit auf der Straße, energische Verfahrensführung, Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Ermittlungsinstrumente“, so der stellvertretende Landesvorsitzende des BDK Berlin, Thomas Spaniel.

„Das sind Ansätze, wie sie der BDK bereits in der Ära Glietsch forderte. Doch all das kann nur gehen, wenn der Rahmen stimmt! Da steht ganz vorn an: Personal, Personal, Personal. Dann Ausstattung und dann wieder Personal“, so Spaniel weiter.

Doch auch die Aus- und Fortbildung muss weiter stimmen – Gedanken an eine Einheitspolizei sind von vorgestern. „Alles gehört zueinander – gerade das Zusammenwirken von Spezialisten macht die Polizei stark. Kripo – Schupo – Zoll– Ordnungsamt – Försterei. Kann jeder wirklich alles?“, zweifelt der Praktiker Spaniel.

„Wo die Kriminalistik zugunsten der Durchsetzung von Programmen und ‚neuen‘ Ideen vernachlässigt wird, wo der ‚Erfolg‘ dieser Reformen vor dem Erfolg bei der Kriminalitätsbekämpfung steht und wo der Kriminalist mit seinem Senat hadert und mit seinen Arbeitsmitteln kämpft statt mit gestärktem Rücken und tauglichem Handwerkszeug seiner Arbeit nachgehen zu können, da reibt sich der Ganove die Hände“, fasst Spaniel die Gemütslage vieler Ermittler zusammen.

Deshalb heißt es in allen Bereichen – Politik, Polizeiführung, Praxis – einen klaren Kopf zu bewahren und die richtigen Ziele ins Visier zu nehmen. Der BDK wird dabei stets zwei wache Augen haben und jederzeit beratend zur Seite stehen.

 

 

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