Polizei zieht Bilanz der Fastnachtsveranstaltungen 2014

4. März 2014 | Themenbereich: Polizei, Rheinland-Pfalz | Drucken

„Die Fastnachtszeit stellt die Polizei immer wieder vor besondere Herausforderungen. Gemessen an der Zahl der Feiernden in diesem Jahr bei schönem Wetter und aller Orten hohen Besucherzahlen, ist der Höhepunkt der ‚Närrischen Tage‘ in Rheinland-Pfalz sicher und relativ friedlich verlaufen“, sagte Innenminister Roger Lewentz in einer ersten Bilanz. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer bedankte er sich bei allen Einsatz- und Rettungskräften für die hervorragende Arbeit in den vergangenen Tagen.

Ein tragischer Unfall überschattete in Graach (Bernkastel-Wittlich) das Fastnachtsgeschehen als nach dem Nachtumzug eine auf Fahrgäste wartende 59jährige Taxifahrerin am Fastnachtssonntag kurz vor Mitternacht ums Leben kam, nachdem ein schwerer Geländewagen ungebremst auf das Heck ihres Fahrzeuges geprallt war. Dem Unfallverursacher wurde eine Blutprobe entnommen.

„Bedenklich ist, dass es landesweit auch zu Übergriffen auf Polizeibeamte kam. Insgesamt wurden dreizehn Kollegen im Rahmen von Amtshandlungen verletzt, einer von ihnen musste nach einer Nasenbeinfraktur sogar seinen Dienst vorzeitig beenden. Dieses aggressive Verhalten gegen Polizeibeamte ist nicht zu tolerieren und wird konsequent strafrechtlich verfolgt“, so der Innenminister. Die gute Zusammenarbeit von Polizei und Ordnungsbehörden habe sich jedoch insgesamt bewährt und den Narren zum Höhepunkt der Karnevalssaison sichere und weitestgehend friedliche Feiern beschert.

Bereits in den zurückliegenden Jahren reagierte die Polizei im Zusammenwirken mit den Ordnungsbehörden im Sinne eines kooperativen und ganzheitlichen Ansatzes, unter anderem durch das Einrichten glasfreier Veranstaltungsbereiche und das Verbot des Mitführens alkoholhaltiger Getränke als Reaktion auf den zunehmenden Alkoholkonsum jüngerer Besucherinnen und Besucher und die damit einhergehenden Gewaltdelikte.

„Folglich lag der Schwerpunkt der polizeilichen Einsatz- und Kontrollmaßnahmen auch in diesem Jahr wieder auf der Verhinderung von Gewaltdelikten sowie der Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzes“, so Lewentz. Der gemeinsame Straßenumzug der Städte Ludwigshafen und Mannheim sowie die Umzüge in Trier und Koblenz seien vergleichsweise störungsfrei verlaufen. Es kam zu mehreren Körperverletzungsdelikten und vereinzelten Sachbeschädigungen sowie anderen Straftaten. Zudem mussten rund 90 Platzverweise über die Umzüge verteilt in Mainz, Koblenz, Trier und Ludwigshafen erteilt werden.

Als herausragendes Ereignis der Straßenfastnacht stellte sich wieder der Rosenmontagsumzug in Mainz mit rund 500.000 Besuchern dar. Das Polizeipräsidium Mainz setzte mit Unterstützung anderer Präsidien und der Bereitschaftspolizei 779 Polizeikräfte ein, um die notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur Strafverfolgung vorzunehmen zu können. Allein während des Umzugs in der Landeshauptstadt wurden bei Jugendschutzkontrollen von Polizei und Mitarbeitern des städtischen Jugendamtes 660 junge Menschen überprüft. Dabei wurden über 76 Liter an alkoholischen Getränken vernichtet. Zudem musste die Polizei 43 Personen in polizeilichen Gewahrsam nehmen. Insgesamt wurden 131 Strafanzeigen gestellt.