Legionellenbefall bei der Polizei

18. Februar 2014 | Themenbereich: Polizei | Drucken

DPolG Berlin: Informationsdefizit sofort beenden, Einsatzfähigkeit wird sonst gefährdet

Aus den unterschiedlichsten Dienstbereichen (z.B. Direktion 1 und Direktion 4) werden nun zeitversetzte Erkenntnisse bekannt, die Unsicherheit bei allen Beschäftigten auslösen. So dauern die Informationen der betroffenen Dienststellen bis zu 4 Wochen. Teilweise werden betroffene Dienststellen gar nicht oder unvollständig informiert. Daraus resultieren Sperrungen von Duschräumen aus fürsorgerischen Gründen über einen längeren Zeitraum, weil die Nachbeprobung und Untersuchung mindestens 2 Wochen dauert. In diesem Zeitraum ist die Einsatzfähigkeit eingeschränkt. Vom Einsatztraining bis zur notwendigen Körperhygiene nach schweren Einsätzen oder dem Sport sind derartige Zustände völlig inakzeptabel. Sie sind nicht nur der neuen Prüfungsvorschrift geschuldet, die jetzt nur aufdeckt, was schon immer im Dunkeln lag, sondern hauptsächlich der Politik anzulasten, die Anlagen jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren hat und nun vor einem Problemberg steht.
Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der DPolG Berlin: „Der Umgang mit dem Problem macht mich sprachlos. Mir ist erst mal völlig egal, wer Schuld hat, oder wer wann was wusste. Jetzt sind vertrauensbildende Maßnahmen und sofortiges Handeln wichtig!“

Die Forderungen der DPolG Berlin:

Zeitnahe Transparenz auf allen Ebenen muss her! Es muss strukturierte Informationswege geben, die in den Dienststellen für Handlungssicherheit sorgen. Wir regen eine eigene Homepage im Intranet an, auf der sich alle Kollegen informieren können!

Es muss sofort einen runden Tisch zwischen BIM, Behörde und Gesundheitsämtern unter Beteiligung von Arbeitsschutzexperten und Gewerkschaften geben!

Es muss ein sofortiges Investitionsprogramm für sauberes Wasser in Dienstgebäuden geben!

Hintergrundinformation:

In allen Dienststellengebäuden mit Warmwasseraufbereitungsanlagen ist der Vermieter, also i.d.R. die BIM seit Jahresbeginn gesetzlich verpflichtet, Proben zu entnehmen. Diese Aufträge sind ausgelöst und werden gerade abgearbeitet. Wenn ein gesundheitsbedenklich definierter Grenzwert festgestellt wird, ist automatisch das Gesundheitsamt zu informieren. Anschließend sind Nachbeprobungen durchzuführen.