Justizministerin zu Besuch in der Justizvollzugsanstalt Sehnde

12. Februar 2014 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat heute die Justizvollzugsanstalt Sehnde aufgesucht, um sich vor Ort einen persönlichen Eindruck von der Arbeit der Vollzugsanstalt zu verschaffen.

Ein Schwerpunkt der Anstalt stellt die erfolgreiche schulische und berufliche Aus-und Weiterbildung der Gefangenen dar. So konnten 2010 zwei Gefangene in ihrer beruflichen Abschlussprüfung mit hervorragenden Ergebnissen abschließen. Ein Gefangener erzielte das bundesweit beste Prüfergebnis, ein anderer belegte niedersachsenweit den dritten Platz. Erst in diesem Monat hat ein Gefangener den erweiterten Realabschluss als Bester mit der Note „Eins“ bestanden, ein weiterer Gefangener hat das bisher drittbeste Ergebnis mit der Note 1,7 erzielt.

Ein aktuelles Behandlungsangebot bietet ein NAIKAN-Seminar. NAIKAN bedeutet Innenschau (NAI =Inneres, Kan= Beobachten). Diese japanische Selbsterfahrungsmethode soll es den Gefangenen ermöglichen, über mehrere Tage intensiv ihre eigene Vergangenheit von der Kindheit bis zur Gegenwart zu betrachten.

Ebenfalls „Neuland“ betrat die Anstalt mit einem kürzlich durchgeführten Workshop, an dem auch angehende Abiturientinnen und Abiturienten teilnahmen. Dieses Projekt entstand in Kooperation mit dem Landgericht Hildesheim, dem Gymnasium Andreanum Hildesheim. Das Hauptanliegen des Projekts war es, die Gefangenen ein Stück in die Gesellschaft zurückzuholen und den Schülerinnen und Schülern die Probleme von Menschen mit ganz anderen Perspektiven aufzuzeigen.

Niewisch-Lennartz: „Ich habe heute eine moderne Anstalt aufgesucht. Ihre Erfolge können sich sehen lassen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nicht müde, durch immer neue Ideen der Resozialisierung von Strafgefangenen neue Wege aufzuzeigen. Wir brauchen diese Ideen im Strafvollzug, um Gefangene nicht nur wegzusperren, sondern sie erfolgreich auf ein straffreies Leben vorzubereiten.“

Hintergrund:

Die Justizvollzugsanstalt Sehnde zählt nicht nur zu den größten, sondern auch zu den modernsten Vollzugseinrichtungen in Niedersachsen. Die knapp zehn Jahre alte Anstalthat 514 Haftplätze im geschlossenen Vollzug und 168 Haftplätzen in der offenen Abteilung in Burgdorf.

Die Anstalt verfügt insbesondere über eine gesonderte Entlassungsstation mit rund 80 Haftplätzen. Hier werden Gefangene mit einer Restverbüßungszeit von noch sechs bis neun Monaten Freiheitsstrafe sowie Gefangene mit nur ohnehin kurzer Freiheitsstrafe aufgenommen. Die Anstalt hat Kooperationsvereinbarungen mit dem Ambulanten Justizsozialdienst (AJSD) und Einrichtungen der Straffälligenhilfe getroffen. Sie wird in ihrer täglichen Arbeit zur Vorbereitung der Gefangenen auf ein Leben in Freiheit auch durch Mitarbeiter der AG Resohelp Hannover, die Straffälligenhilfe Hildesheim und die Arbeitsagentur für Arbeit unterstützt, die regelmäßige Sprechstunden in der JVA anbietet.

 

 

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