Beistand vor Gericht ist jetzt für Kinder und Jugendliche auch landesweit möglich

6. Februar 2014 | Themenbereich: Justiz, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

„Jetzt können wir noch mehr Kindern die Kraft geben, gemeinsam einen Prozess durchzustehen. Dank der erfolgreichen Haushaltsberatungen stehen jährlich 175.000 Euro zur Verfügung, damit jetzt vier engagierte Expertinnen betroffene Kinder und Jugendliche nach deren Missbrauch begleiten können. Die Psychosoziale Prozessbegleitung haben wir auf die Landgerichtsbezirke Stralsund und Rostock ausweiten können. Ich wünsche den beiden neuen Expertinnen aus Greifswald und Rostock viel Erfolg. Denn jeder professionelle Beistand vor, während und nach dem Prozess hilft, den Alltag, die Vernehmungen und die Gerichtsaussage zum Missbrauch zu meistern. Vor allem gilt es, die Angst vor dem Wiedersehen mit dem Angeklagten zu nehmen“, sagte Justizministerin Kuder.

„Es war wichtig, dass wir im Sommer 2010 das Modellprojekt in Neubrandenburg und Schwerin ins Leben gerufen hatten. Seitdem wurden im Schnitt monatlich drei Kinder und Jugendliche begleitet. Insgesamt waren es rund 120 Opfer von Sexual- und Gewaltstraftaten. In Gesprächen haben die Betroffenen stets betont, für sie sei besonders wichtig gewesen, dass immer jemand an ihrer Seite war. Jedes Opfer, das nach dem Missbrauch und vor dem Prozess psychisch gestärkt werden kann, ist ein Beweis dafür, dass das Angebot flächendeckend garantiert werden muss“, so die Ministerin.

„Die Psychosoziale Prozessbegleitung werde ich auch auf der 85. Justizministerkonferenz in Binz im Juni dieses Jahres thematisieren. Ich würde mir wünschen, dass aus Mecklenburg-Vorpommern ein Impuls ausgeht, um deutschlandweit eine vergleichbare Prozessbegleitung zu realisieren“, sagte Justizministerin Kuder.