Bayerns Polizei braucht Facebook-Fahndung!

4. Februar 2014 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert Innenminister Herrmann auf, noch dieses Jahr den Startschuss für die Facebook-Fahndung der Polizei zu geben. Gewerkschaftsvize Rainer Nachtigall aus Nürnberg befürchtet ansonsten, dass Bayern bei der polizeilichen Nutzung sozialer Netzwerke bald das Schlusslicht in der Bundesrepublik bildet. Nach seiner Ansicht steht die Beachtung rechtsstaatlicher Grundsätze und datenschutzrechtlicher Vorgaben diesem Fahndungsinstrument nicht entgegen.

„In der heutigen Informationsgesellschaft kann die klassische polizeiliche Fahndung auf Plakaten, im Rundfunk- und Fernsehen nicht mehr mit den Möglichkeiten der Öffentlichkeitsfahndung in Sozialen Netzwerke mithalten“, sagt Nachtigall. „In einigen Bundesländern fahndet die Polizei bereits mittels Sozialer Netzwerke, wie z. B. Facebook, und bittet die User über eigene Facebook-Auftritte um Hinweise bei der Aufklärung von Verbrechen. Insbesondere in Niedersachen hat die Polizei damit seit Juni 2012 positive Erfahrungen gemacht.“

Nachtigall hält Facebook außerdem für die Einsatzbegleitung von Großereignissen für geeignet, wie es in Baden-Württemberg bei „Stuttgart 21“ praktiziert wird. „Den im Sommer 2015 in Bayern stattfindenden G-8 Gipfel könnte die Polizei über Soziale Netzwerke begleiten und damit dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung vor Ort und der Demonstrationsteilnehmer gerecht werden.“

Darüber hinaus ist Facebook für die DPolG auch bei der Nachwuchsgewinnung im Rahmen der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit ein Thema.