Arbeitsschutz im Fokus

31. Januar 2014 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Am 24.10.2013 erfolgte eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes, in der die psychischen Belastungen im Dienst in den Fokus von Gefährdungsbeurteilungen gerückt werden. Die Anpassung hat das Ziel, das Bewusstsein der Arbeitgeber für psychische Belastungen bei der Arbeit zu schärfen.

Die hohen psychischen Belastungen der Dienstkräfte bei Polizei und Ordnungsämtern sind allgemein bekannt. Leider sind in vielen Bereichen die notwendigen und vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen noch nicht bzw. ohne Berücksichtigung der psychischen Belastungen durchgeführt worden.

Die Änderung des Arbeitsschutzgesetztes soll dazu führen, die Zahl der Gefährdungsbeurteilungen in der Praxis zu steigern und dabei das Augenmerk vor allem auf die Berücksichtigung von psychischen Belastungen zu richten. Die Verantwortung für Arbeits- und Gesundheitsschutz und damit für die Durchführung der systematischen Gefährdungsbeurteilungen liegt bei der Behördenleitung.

Die DPolG Berlin fordert deshalb einen transparenten und klaren Zeitplan, in dem die vorhandenen Gefährdungsbeurteilungen erneuert und die fehlenden erstellt werden. Die Priorität muss dabei eindeutig im Außendienst liegen. Der Arbeitgeber ist aufgefordert, seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilungen, einschließlich der Beurteilung der psychischen Belastungen, nachzukommen und konkrete Maßnahmen zum Schutz der psychischen und physischen Gesundheit durchzuführen. Eine Dokumentationspflicht besteht bereits ab dem ersten Beschäftigten, es kann sich also niemand damit herausreden, dass bestimmte Dienstbereiche zu klein oder zu spezialisiert sind.

Die Bürger und die Kollegenschaft sind auf gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen, um die an sie gestellten Aufgaben und Herausforderungen bewältigen zu können.