Polizeiliche Kriminalstatistik fehlerhaft! Tatsächliche Anzahl der Internet-Straftaten höher

30. Januar 2014 | Themenbereich: Bayern, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt die Bemühungen von Innenminister Herrmann bei der Bekämpfung der Internet-Kriminalität. Landesvorstandsmitglied Stefan Kemptner, Vorsitzender der DPolG-Fachkommission „Kripo“, hält allerdings die gestern veröffentlichen Zahlen für unvollständig. Die genannten 24.000 Straftaten spiegeln nicht einmal die Hälfte der tatsächlichen Kriminalität und Belastung der sachbearbeitenden Fachkommissariate der Kriminalpolizei wider.

„Der Schwachpunkt ist die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS). Dort werden nur die Straftaten erfasst, deren Tatort in Deutschland liegt. Bei Internet-Straftaten liegen die Tatorte, sprich die Standorte der Server, von denen aus die Internet-Straftaten begangen werden, häufig im Ausland. In derartigen Fällen werden die Straftaten nicht in der PKS erfasst. Aufgrund dieser Vorgaben fließen Tausende von Straftaten nicht in die Statistik ein und die Kripo wird quasi um die wahren Fallzahlen ihrer Arbeit betrogen“, so Kemptner.

Die DPolG fordert daher die Verantwortlichen in Land und Bund auf, die Richtlinien für die PKS-Erfassung endlich zu ändern: „Nicht der Tatort, sondern der Ort der Geschädigten muss in diesen Fällen künftig ausschlaggebend für die Erfassung der Internet-Straftat sein.“

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