Polizei hat keinen Nachwuchsmangel, sondern ein falsches Werbekonzept

21. Januar 2014 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Polizei hat in NRW trotz rückläufiger Schülerzahlen in den kommenden Jahren kein Problem, genügend gut qualifizierte Bewerberrinnen und Bewerber für den Polizeiberuf zu gewinnen, aber sie konzentriert ihre Nachwuchswerbung zu stark auf die Gruppe der Abiturienten und vernachlässig dabei Interessenten, die bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen und dadurch für die Polizei besonders interessant sind. Zudem gehen der Polizei immer wieder besonders qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber nur deshalb verloren, weil zwischen den Einstellungstests und der Einstellungszusage zu viel Zeit liegt. Das belegt eine von der GdP vorgelegte Analyse zur Situation der Personalgewinnung bei der Polizei in NRW.

Mit der GdP-Analyse wird auch die immer wieder von der DPolG in die Welt gesetzte Behauptung widerlegt, dass die Polizei in NRW in Zukunft Realschüler zum Polizeiberuf zulassen müsste, weil sie sonst nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber finden würde. Es gibt weder den behaupteten Nachwuchsmangel, noch ist dieses Modell praktikabel. Die Realschüler müssten nach dem Schulabschluss erst aufwendig in besonderen Berufsschulklassen für den Polizeiberuf nachqualifiziert werden, bevor sie mit der eigentlichen Polizeiausbildung beginnen können. Das wäre nicht nur teuer, sondern würde in erheblichem Umfang zusätzliche Personalressourcen kosten, die der Polizei für andere Aufgaben verloren gehen würden.