Waffenstatistik in Thüringen

6. Januar 2014 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Thüringen | Drucken

Im Zeitraum von 2006 bis 2012 ist die Anzahl der Waffenbesitzer/Waffenbesitzkarten um 2.068 auf 30.786 gesunken. Im gleichen Zeitraum ist ein Zuwachs an erlaubnispflichtigen Schusswaffen um 3.639 auf 126.797 zu verzeichnen; Kurzwaffen wie Pistolen und Revolver waren rückläufig, von 39.924 auf 39.329 Stück. Hingegen ist die Anzahl der Inhaber des so genannten „kleinen Waffenscheins“ für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen im vorbezeichneten Zeitraum um 790 auf 3.815 gestiegen.

Die Kontrollen der legalen Waffenbesitzer erfolgen halbjährlich. Im Erhebungszeitraum vom 1. Oktober 2012 bis 30. September 2013 haben die Thüringer Waffenbehörden in 2.457 Fällen Waffenbesitzer aufgesucht, um unangekündigte anlassunabhängige Aufbewahrungskontrollen durchzuführen. In 1.372 Fällen wurde der jeweilige Waffenbesitzer angetroffen und die Kontrolle durchgeführt. Verstöße werden zahlenmäßig nur dann erfasst, wenn daraufhin Ordnungswidrigkeits- und Widerrufsverfahren eingeleitet werden. Im Berichtszeitraum wurden in 74 Fällen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und in 15 Fällen ein Widerrufsverfahren wegen waffenrechtlicher Verstöße eingeleitet.

Im Jahr 2012 wurden von den Thüringer Waffenbehörden 227 Rücknahme- und Widerrufsverfahren eingeleitet (im Jahr 2011: 279). Als Grund für die Rücknahme oder den Widerruf einer Waffenbesitzkarte kommt neben der fehlenden Zuverlässigkeit auch das Fehlen bzw. der Wegfall der körperlichen oder geistigen Eignung oder der Wegfall des waffenrechtlichen Bedürfnisses in Betracht.

Die Verwaltungsvorgänge der Waffenbehörden in Bezug auf die jeweilige Schusswaffe werden über die entsprechende Software direkt im Nationalen Waffenregister abgebildet. Alle Thüringer Waffenbehörden sind von der Registerbehörde zum automatisierten Verfahren zugelassen. Die Thüringer Landespolizeiinspektionen haben Zugriff auf die Daten des Zentralen Waffenregisters. Anzumerken ist, dass der Datenbestand der Waffenbehörden (insbesondere Waffen- und Kaliberbezeichnungen) derzeit bundesweit unterschiedlich ist. Aus diesem Grund sieht § 22 Absatz 2 Satz 1 Nationales-Waffenregister-Gesetz vor, dass bei der erstmaligen Übermittlung der Datenbestände an die Registerbehörde (Erstbefüllung des gesamten Datenbestandes Ende letzten Jahres) von den normierten inhaltlichen Anforderungen an die zu übermittelnden Daten abgewichen werden konnte. Der Gesetzgeber räumt hier einen Zeitraum bis zum 31. Dezember 2017 für die Datenbereinigung ein.