Präventionsoffensive für Senioren

4. Dezember 2013 | Themenbereich: Prävention, Schleswig-Holstein | Drucken

Alte Menschen sollen im Alltag vor Kriminalität künftig besser geschützt werden. Der Landesrat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein präsentierte am Dienstag (3. Dezember) auf einer Fachveranstaltung zur „Prävention für Senioren“ in Kiel sieben neue Faltblätter und Broschüren mit konkreten Hinweisen, wo Gefährdungen für ältere Leute lauern und praktischen Empfehlungen, was Senioren zu ihrem eigenen Schutz beitragen können und wo es Hilfe gibt. Die von der Arbeitsgruppe „Kriminalprävention für Senioren“ des Landesrats zusammengetragenen Informationen beschäftigen sich beispielsweise mit Fragen der Sicherheit innerhalb und außerhalb der Wohnung, der Sicherheit im Straßenverkehr, des Verbraucherschutzes oder den Gefahren und Risiken für Senioren im Internet.

Ein wesentlicher Teil dieser Präventionsoffensive ist ein für Schleswig-Holstein neues Konzept, das „Sicherheitsberater für Senioren (SfS) heißt. Ältere Bürgerinnen und Bürger sollen als ehrenamtliche Sicherheitsberater für Menschen ihrer Altersgruppe gewonnen werden. Nach einer zweitägigen Schulung durch das Landespolizeiamt in Zusammenarbeit mit dem Weißen Ring, der Staatsanwaltschaft, Verbraucherzentrale, AWO, Landesverkehrswacht, dem ADAC und dem TÜV und mit einem amtlichen Zertifikat in der Hand veranstalten die neuen Sicherheitsberater Vorträge, Seminare und Beratungsgespräche zu allen wesentlichen Themen der Kriminal- und Verkehrsunfallprävention für Senioren. Nach Vorstellungen des Landesrats sollte es in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt mindestens drei Sicherheitsberater für Senioren geben.

Nach Ansicht von Innenminister Andreas Breitner sind die Sicherheitsberater für Senioren eine überfällige und notwendige Ergänzung der landesweiten Präventionsangebote für ältere Menschen. „“Über Gefahren sachlich zu informieren und irrationale Ängste vor Kriminalität abzubauen, erhöht nicht nur die allgemeine Sicherheit, sondern auch die Lebensqualität der Senioren““, sagte Breitner. Er erinnerte daran, dass ältere Menschen sehr viel seltener Opfer von Kriminellen würden als junge Leute. Gleichwohl gebe es einzelne Bereiche der Kriminalität, vor allem Betrugsdelikte, bei denen Kriminelle sich speziell ältere Menschen als Opfer aussuchten. Die Täter gäben sich gern am Telefon als Verwandte und an der Haustür als Handwerker, Mitarbeiter der Stadtwerke, Beamte oder Polizisten aus. Sie täuschten eine akute Notlage vor oder machten Werbung für ein „sicheres Geschäft“. Die Täter versuchten mit verschiedenen Tricks in die Wohnung ihres Opfers zu gelangen. Oft träten sie zu zweit auf, um das Opfer gezielt abzulenken. „“Über diese vielfältigen Tricks und Gefahren sollen die Sicherheitsberater im persönlichen Kontakt informieren und Empfehlungen geben, wie man sich davor schützen kann, Opfer im Alter zu werden““, sagte Breitner.

Sozialministerin Kristin Alheit wies darauf hin, dass die Lebenssituation älterer Menschen sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verändert habe. „“Viele Ältere sind bis ins hohe Alter selbständiger, unabhängiger und aktiver als frühere Generationen. Mit der wachsenden Unabhängigkeit, gewinnt auch das Wissen über den Eigenschutz an Bedeutung. Mit den Angeboten wollen wir dieses Wissen stärken““, sagte Alheit. Die Ministerin warb zugleich um die Beteiligung aktiver Bürgerinnen und Bürger an dem Projekt: „“Wer sich als Beraterin oder Berater ausbilden lässt, leistet mit seinem Engagement einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit älterer Menschen““. Alheit dankte im Rahmen der Veranstaltung den Beteiligten für den gemeinsamen Einsatz für mehr Sicherheit für ältere Menschen. Die Informationsflyer werden zukünftig auch unter www.sozialministerium.schleswig-holstein zum Download bereit stehen. Weitere Informationen auf www.kriminalpraevention-sh.de

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