Sozialer Mut ist wichtig für friedliches Gemeinwesen

3. Dezember 2013 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Rheinland-Pfalz | Drucken

Innenminister Roger Lewentz hat Zivilcourage als wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft bezeichnet. „Sozialer Mut ist Voraussetzung für ein soziales, gerechtes, demokratisches und friedliches Gemeinwesen“, sagte Lewentz bei der Verleihung des 14. Preises für Zivilcourage am Montag in Mainz. Wer Zivilcourage zeige, übernehme Verantwortung für Menschen in einer Notsituation. Das sei nicht selten mit Risiken für den Helfer selbst verbunden. „Unsere diesjährigen Preisträger haben sich im richtigen Moment richtig entschieden: Sie waren selbstlos, sie kümmerten sich und haben Verantwortung für andere übernommen“, betonte Lewentz. So wie die Ausgezeichneten engagierten sich viele Menschen in Rheinland-Pfalz, um Gewalt und undemokratischem Verhalten entgegen zu treten.

Menschen zu zivilcouragiertem Verhalten zu bewegen und individuelle Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, sei auch das Ziel der Kampagne „Wer nichts tut, macht mit“. Die diesjährigen Preisträger haben sich entsprechend dieser Leitlinien engagiert. „Sie haben Umstehende zur Mithilfe aufgefordert und die Polizei verständigt, die Täter beobachtet und später als Zeuge zur Verfügung gestanden sowie sich um die Opfer gekümmert“, sagte Lewentz.

Eine interdisziplinär besetzte Jury unter Vorsitz von Innenstaatssekretärin Heike Raab hatte die Preisträger unter 59 Vorschlägen ausgewählt.

Die Preisträger im Überblick:

1. Preis: Therese Fredenhagen (Jahrgang 1990), Simone Monika Weible und Sebastian Max Buß (beide Jahrgang 1987) aus Mainz. Die Wohngemeinschaft hatte im Oktober 2012 panische Schreie einer Frau gehört, die auf einer Wiese von einem Mann angegriffen wurde. Die drei Preisträger verständigten sofort die Polizei und eilten zu Hilfe. Einer von ihnen verfolgte den flüchtenden Mann, sodass dieser festgenommen werden konnte.

2. Preis: Claudia Schmäler (Jahrgang 1957) aus Kirn. Die Taxifahrerin war wegen sogenannter Schockanrufe sensibilisiert und konnte durch ihr beherztes Eingreifen verhindern, dass eine 75-jährige Frau einem Betrüger zum Opfer fiel. Die Seniorin wurde unter falschem Vorwand mit einer größeren Summe Geld via Taxi zu einem Mann gelockt. Als die Fahrerin die Sache durchschaute, alarmierte sie die Polizei und der Betrüger konnte festgenommen werden.

3. Preis: Rosemarie Kloft (Jahrgang 1941) und Jürgen Heydorn (Jahrgang 1947) aus Koblenz: Das Paar wurde Zeuge einer Schlägerei in der Koblenzer Innenstadt. Sie sahen, wie ein junger Mann sein Opfer mehrmals an den Kopf trat. Jürgen Heydorn griff in das Geschehen ein und ging schreiend auf die Personen zu. Zudem forderte er weitere Passanten auf, sich in das Geschehen einzumischen. Der Täter ließ von dem Mann ab und flüchtete. Rosemarie Kloft kümmerte sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um das verletzte Opfer.

1. Jugendpreis: Tom Klessing (Jahrgang 2000) aus Enkenbach-Alsenborn: Im August 2013 wurde Tom Zeuge, als ein Schüler von einer körperlich überlegenen Mitschülerin am Winnweiler Bahnhof angegriffen wurde. Tom stellte sich vor das Opfer und musste dabei selbst körperliche Attacken hinnehmen, bis eine Passantin die Polizei rief.

2. Jugendpreis: Stefan Petrovic (Jahrgang 1996) aus Mainz. Stefan beobachtete im Herbst 2012 wie zwei Mädchen von einem fremden Jugendlichen aus einer Gruppe sexuell belästigt wurden. Stefan mischte sich ein und drohte mit seinem Einschreiten Daraufhin kamen drei Jugendliche aus der Gruppe auf ihn zu und bedrängten ihn. Stefan verständigte schließlich mit seinem Handy die Polizei.

3. Jugendpreis: Sebastian Gailing (Jahrgang 2000) aus Ludwigshafen. Im Februar wurde er Zeuge eines Diebstahls in der Straßenbahn. Einer Frau mit Kinderwagen wurde beim Aussteigen die Geldbörse aus einem Rucksack gestohlen. Sebastian lief mit einem weiteren Passanten der mutmaßlichen Täterin hinterher und hielt sie fest, bis die Polizei eintraf.

Sonderpreis für Jan Lehmann (Jahrgang 1979) und Thomas Wolfgang Pesch (Jahrgang 1975) aus Wittlich: Im vergangenen Dezember stürmte ein geistig verwirrter Mann mit einer Machete während eines Gottesdienstes in die Pfarrkirche St. Markus in Wittlich und forderte eine Million Euro. Um eine Panik zu verhindern, lotsten Pfarrer Jan Lehmann und Thomas Wolfgang Pesch den Mann in die Sakristei und überredeten ihn, die Machete wegzustecken und die Kirche zu verlassen. Der Täter konnte später in seiner Wohnung festgenommen werden.

 

 

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