Innenminister nimmt Landeseinsatzzentrale in Betrieb

2. Dezember 2013 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Thüringen | Drucken

Thüringens Innenminister Jörg Geibert hat am Freitag (29. November 2013) in Erfurt gemeinsam mit Landespolizeipräsident Winfried Bischler den Startknopf für die Inbetriebnahme der Landeseinsatzzentrale (LEZ) gedrückt. In einem ersten Schritt wird damit die Einsatzzentrale der Landespolizeiinspektion (LPI) Erfurt in das neue System überführt.

Einlaufende Notrufe aus dem Großraum Erfurt und Sömmerda und das Einsatzgeschehen in diesem Schutzbereich werden nun hier bearbeitet.

Die LEZ wird im Laufe des kommenden Jahres das Notruf- und Einsatzmanagement für den gesamten Freistaat übernehmen. Neben der Autobahnpolizeiinspektion (API) werden schrittweise auch die weiteren sechs Landespolizeiinspektionen aufgeschaltet. Die bisherigen Einsatzzentralen der sieben LPI-Standorte, der API sowie das Lagezentrum des Thüringer Innenministeriums werden aufgelöst. Allein in die technische Ausstattung der neuen Leitstelle wurden 7 Millionen Euro investiert. Hinzu kommen die Kosten für den Umbau des Gebäudes, die vom Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr getragen werden.

„Das ist ein wesentlicher Meilenstein bei der Umsetzung der Polizeistrukturreform“, sagte Geibert, „es ist das Herzstück.“ Der Minister machte darauf aufmerksam, dass Thüringen eines der ersten Flächenländer ist, welches mit einer Leitstelle alle polizeilichen Einsätze landesweit koordiniert.

Der Minister bedankte sich herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Projekts „Zentrale Leitstelle Polizei“, den mit der Errichtung der Zentrale beauftragten Firmen sowie den beteiligten Behörden und Einrichtungen der Thüringer Landesverwaltung.

In der Landeseinsatzzentrale werden künftig 82 Bedienstete Aufgaben des polizeilichen Notruf- und Einsatzmanagements 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche übernehmen. Wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist, wird allein angesichts der Zahl von jährlich etwa 360.000 Notrufen deutlich, die nunmehr an einer Stelle zu bewerten und zu bearbeiten sind. Damit diese Aufgaben zuverlässig erfüllt werden können, war es notwendig, die Technik an zwei Standorten redundant aufzubauen. Einer befindet sich in der Liegenschaft der Landespolizeidirektion, der zweite ist in das Thüringer Landesrechenzentrum integriert. Um das Gesamtsystem zu vernetzen, wurden unter anderem knapp 44 Kilometer Kabel verlegt.

 

Das System besteht aus vier Komponenten:

Einsatzleitsystem zur Dokumentation der Sachverhalte, der Kräftekoordinierung und Abfrage von Zusatzinformationen

Zentrales Vermittlungs- und Kommunikationssystem zur Verwaltung der Not- und Funkrufe

Leitstellenkonzentrator zur Integration des Digitalfunks

Leitstellentechnik – die Ausstattung der Arbeitsplätze

Damit steht nach der vollständigen Integration eine thüringenweite zentrale Kräfte- und Mitteldisposition mit grafischer Unterstützung und aktueller Übersicht zur Verfügung. Diese macht es möglich, schutzbereichsübergreifende Sicherheitsstörungen und Zusammenhänge zu erkennen und dabei einheitliche Verfahrensweisen bei der Einsatzsachbearbeitung anzuwenden. Die Dokumentation eingehender Notrufe und des Funk- und Sprechverkehrs, die Lagedarstellung und Anzeige im Geoinformationssystem und das Erkennen örtlicher Zuständigkeiten laufen automatisiert ab.

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