Motorradsaison endete mit mehr tödlichen Unfällen

29. November 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg | Drucken

„In der zurückliegenden Motorradsaison haben leider 84 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren“, sagte Innenminister Reinhold Gall zur Unfallstatistik für die zurückliegende Motorradsaison in Stuttgart. Dies sei im Vergleich zum Vorjahr (76) ein bedauerlicher Anstieg von 10,5 Prozent. Mehr als jeder fünfte im Straßenverkehr Getötete (406 Stand Ende September) sei Motorradfahrer gewesen.

Bis Ende August dieses Jahres habe die Zahl der tödlichen Motorradunfällen noch 7,9 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gelegen. Im September und Oktober habe es aber ungewöhnlich viele schwere Unfälle gegeben. „In diesen Monaten verunglückten 28 Motorradfahrer tödlich, davon alleine 16 im Oktober“, berichtete Gall. Allerdings habe er noch keine überzeugende Erklärung für diese Häufung. Möglich sei, dass nach dem verregneten Frühjahr viele Motorradfahrer nach den Sommerferien die restliche Saison intensiv genutzt und dabei die Grenzen ihres fahrerischen Könnens überschritten hätten.

Die Entwicklung der Motorradunfälle mit Verletzten und Sachschäden sei dagegen etwas positiver verlaufen. So sei die Zahl der Unfälle mit Schwer- und Leichtverletzten im Zeitraum von Januar bis September um 3,4 Prozent von 3.371 auf 3.256 gesunken. Bei Unfällen mit Sachschäden sei im Vergleichszeitraum ein Rückgang um 4,2 Prozent festgestellt worden. Insgesamt sei die Zahl aller Motorradunfälle in diesem Zeitraum von 4.164 auf 4.016 zurückgegangen.

Gall stellte fest: „64 Prozent der tödlichen Motorradunfälle wurden durch Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer selbst verursacht.“ Die verbreitete Ansicht, dass der Großteil der Unfälle nicht von Motorradfahrern verursacht werde, habe sich auch 2013 nicht bestätigt. Besonders deutlich werde dies bei Unfällen mit Leichtkrafträdern. Hier hätten acht von zehn tödlich Verunglückten den Unfall selbst verursacht. „Das ist außerordentlich besorgniserregend. Die Polizei wird im kommenden Jahr ein Auge speziell auf diese Zielgruppe haben“, kündigte der Innenminister an.

Um die Zahl der Verkehrsopfer einzudämmen, müsse auch weiterhin konsequent gegen die Hauptunfallursachen vorgegangen werden. „43 Prozent aller Motorradunfälle waren auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Das ist ein Anstieg von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, beklagte der Innenminister.

Die Polizei werde daher – neben präventiven Maßnahmen – auch durch gezielte Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen gegen die Hauptunfallursachen vorgehen. 2013 seien bei fast 1.600 Motorradkontrollaktionen 4.788 Verstöße – davon knapp die Hälfte Geschwindigkeitsverstöße – festgestellt worden. „Der hohe Anteil zeigt deutlich, dass die Gefahren durch überhöhtes Tempo offensichtlich nach wie vor unterschätzt werden“, betonte Gall. Der Reiz und die Faszination des Motorradfahrens seien unbestritten. Die Straße dürfe aber nicht als Rennstrecke dienen, um dieses schöne Hobby zu genießen. „Auch im kommenden Jahr werden wir konsequent gegen rasende Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer vorgehen. Raser gefährden nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer“, sagte Gall.

„Neben einer Intensivierung der Verkehrsüberwachungsmaßnahmen sollen auch eine sichere Verkehrsraumgestaltung sowie Präventionsveranstaltungen nachhaltig für mehr Sicherheit für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer sorgen“, erklärte Gall und verwies dabei auf das im Juli 2013 verabschiedete „Verkehrssicherheitskonzept Baden-Württemberg“. Dieses sehe auch ein regelmäßiges „Verkehrssicherheitsscreening“ vor. Durch diese Analyse sollen Gefahrenstellen auch für Motorradfahrer im Straßenverkehr identifiziert werden.

Mit Umsetzung der Polizeistrukturreform seien zudem die Rahmenbedingungen für eine noch intensivere Verkehrssicherheitsarbeit geschaffen worden. „Durch die Bündelung von Fachwissen können wir eine spezialisierte Verkehrsüberwachung aufbauen. Die Bekämpfung von Motorradunfällen ist hierbei auch weiterhin ein landesweiter Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit“, hob Gall hervor.

 

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