‚Gelegenheit macht Diebe‘ – Warnung vor Taschendieben

29. November 2013 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute in Nürnberg zu Beginn der Adventszeit vor Taschendieben gewarnt: „Gelegenheit macht Diebe! Gerade im vorweihnachtlichen Trubel haben Taschendiebe auf Weihnachtsmärkten oder in Kaufhäusern und öffentlichen Verkehrsmitteln oftmals leichtes Spiel.“ Herrmann hat daher mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei die Zahl der uniformierten und zivilen Polizeistreifen in den bayerischen Innenstädten erhöht. „In München gibt es mit der ‚Operativen Taschendiebfahndung‘ sogar eine Sondereinheit“, ergänzte der Innenminister. Herrmann setzt aber auch auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger: „Jeder einzelne kann sich wirkungsvoll vor Taschendieben schützen und beispielsweise Geld und Wertsachen sicher in Jackeninnentaschen verstauen.“

Die Maschen der Täter seien dreist und unverfroren, so Herrmann. Sie reichen vom einfachen Hineingreifen in Mäntel und Taschen bis hin zu ausgeklügelten Ablenkungsmanövern mehrerer Täter. „Dabei rempeln Taschendiebe ihre Opfer scheinbar unabsichtlich an, beschmutzen ihre Kleidung oder bitten darum, Geld zu wechseln“, erklärte der Innenminister. „Während einer das Opfer ablenkt, entwendet ein zweiter die Wertsachen. Eine dritte Person übernimmt die Beute und taucht in der anonymen Menge unter.“ Bis das Opfer den Diebstahl bemerkt, seien die Täter schon längst über alle Berge. „Entsprechend schwierig ist es, die Taschendiebe zu ermitteln“, so Herrmann weiter. „Die Bayerische Polizei setzt aber alles daran, die Langfinger schnell hinter Schloss und Riegel zu bringen.“

Die Bayerische Polizei führe daher verstärkt gezielte Kontrollen durch, um potentielle Täter zu überführen, erläuterte Herrmann. Auch finde ein intensiver Informationsaustauch zwischen allen Polizeipräsidien und dem Bayerischen Landeskriminalamt statt. Zudem habe das Polizeipräsidium München in Abstimmung mit dem Bundeskriminalamt die bundesweite Koordinierungsstelle ‚Taschendiebstahl‘ übernommen. „Dort koordinieren die Spezialisten der Münchner Polizei im engen Kontakt mit anderen EU-Ländern und Europol das konsequente Vorgehen gegen internationale Taschendiebbanden“, erläuterte Herrmann. Darüber hinaus habe jedes Polizeipräsidium örtlich angepasste Bekämpfungsstrategien. Beim Münchner Christkindlmarkt komme beispielsweise die Videoüberwachung erfolgreich zum Einsatz und in Nürnberg plane die Polizei eine Reihe von Schwerpunktaktionen und Präventionsveranstaltungen mit Infoscreen-Spots und speziellen Flyern. Wie Herrmann als weiteres Beispiel anführte, haben sich in Passau gemeinsame Streifen von bayerischen und tschechischen Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt am Domplatz sowie in der Fußgängerzone außerordentlich bewährt.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2012 deutschlandweit insgesamt 117.277 Taschendiebstähle angezeigt. In Bayern waren es 6.696 Fälle. Der Schaden belief sich 2012 bundesweit auf 32,3 Millionen Euro, in Bayern auf rund 2,1 Millionen Euro. Interessant ist der Blick auf die Kriminalitätsbelastung: 2012 kam es bundesweit zu 143 Taschendiebstahlsfällen pro 100.000 Einwohner, in Bayern waren es nur 53. „Damit ist in Bayern das Opferrisiko rund dreimal geringer als im Bundesdurchschnitt“, kommentierte Herrmann die Statistik. Besonders hoch seien die Taschendiebstahlsfälle in den Monaten September und Oktober sowie im Dezember. 2012 wurde in diesen drei Monaten knapp ein Drittel aller Taschendiebstähle in Bayern verübt.

Ausführliche Tipps zum Schutz vor Taschendieben können Sie unter www.polizei-beratung.de abrufen. Unter anderem steht das Faltblatt ‚Schlauer gegen Klauer‘ zum Download bereit.

 

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