Neue Spezialdienstleistung – Piratenabwehr in internationalen Gewässern

28. November 2013 | Themenbereich: Security | Drucken

Mit dem § 31 GewO wurde erstmals in Deutschland eine Zulassung für Unternehmen zur Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen geschaffen, die den Einsatz von bewaffneten Kräften ausdrücklich vorsieht. Denn nur mit entsprechender Ausrüstung und Bewaffnung sind Seeschiffe wirkungsvoll gegen die Angriffe von Piraten, z.B. vor Somalia oder Nigeria, zu schützen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) an die Unternehmen für die Zulassung stellt. Als zweites deutsches Unternehmen überhaupt hat CONDOR IMS GmbH, ein Unternehmen der CONDOR Gruppe, am 22.11.2013 die Zulassung erhalten.

Seit Jahren ist die Piraterie in den Weltmeeren kein Hollywoodspektakel mehr, das sich mit gut gesetzten Segeln und glänzenden Säbeln bekämpfen lässt. Piraterie ist insbesondere vor Somalia und zunehmend vor Westafrika ein wohl organisierter krimineller Wirtschaftszweig geworden, in dem Lösegelder für festgehaltene Schiffe im zweistelligen Millionenbereich keine Seltenheit sind. Neben internationaler Militärpräsenz wurde eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen entwickelt, die die Gefahr eines Piratenangriffs reduzieren.

Als einzig wirksame Lösung zur Abwehr eines Piratenangriffs hat sich die Begleitung der Schiffe mit bewaffneten Sicherheitskräften an Bord gezeigt. Bis heute ist kein einziges Schiff bekannt, bei dem eine Entführung trotz bewaffneter Kräfte gelungen ist. Ab dem 01.12.2013 dürfen Seeschiffe und deren Besatzung, die unter deutscher Flagge fahren, nur von solchen Unternehmen bewacht werden, die von Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zugelassen sind. Diese Zulassungspflicht gilt auch auf ausländische Unternehmen, die deutschbeflaggte Schiffe bewachen wollen sowie für deutsche Bewachungsunternehmen, die auf Seeschiffen unter anderen Flaggen tätig werden wollen. Die Zulassung erfolgt nach dem extra für dieses Tätigkeitsfeld neu geschaffenen § 31 GewO.

Die Anforderungen zur Zulassung sind in der Seeschiffbewachungsverordnung aufgeführt und umfassen Prüfkriterien zur betrieblichen Organisation, zu den Verfahrensabläufen rund um die Einsätze sowie zur fachlichen und persönlichen Eignung und Zuverlässigkeit. Die Erfüllung dieser Anforderungen prüft das BAFA im Einvernehmen mit der Bundespolizei. Es erfolgt eine regelmäßige Überprüfung zur Aufrechterhaltung der Zulassung.

Ein vergleichbares Prüf- und Zulassungsverfahren für Unternehmen der Sicherheitswirtschaft gab es bis zur Einführung des § 31 GewO nicht. Die besonderen Anforderungen des Zulassungsverfahrens sollen sicherstellen, dass nur besonders qualifizierte, zuverlässige und geeignete Unternehmen für den bewaffneten Einsatz auf Seeschiffen im internationalen Bereich durch die Reeder ausgewählt werden. Nur wenige der rund 4.000 in Deutschland gemeldeten Bewachungsunternehmen werden sich den Kriterien des Zulassungsverfahrens erfolgreich stellen können.

Mit der CONDOR IMS GmbH (International and Maritime Services) hat die in Essen beheimatete CONDOR-Gruppe als zweites deutsches Unternehmen erfolgreich das Zulassungsverfahren abgeschlossen. Die CONDOR IMS wurde speziell für Einsätze von hochqualifizierten Fachkräften auf Seeschiffen sowie für internationale Förder-, Produktions- und Verwaltungsstätten ausgerichtet. Vertrauen in die betriebliche Organisation und Zuverlässigkeit eines Unternehmens sind für diese Bereiche ebenso relevant wie für die Übernahme von Sicherheitsaufgaben für Konsulate, Botschaften oder internationale Hilfsorganisationen.

Die CONDOR IMS profitiert vom Gesamtportfolio der CONDOR-Gruppe, z.B. durch die Leistungen der VdS-zugelassenen Notruf- und Serviceleitstellen oder durch die AZAV-zugelassene Akademie für Sicherheit und Service. Auf unternehmenseigenen Gepäckkontrollanlagen (X-Ray), wie sie neben Flughäfen auch an Passagierterminals oder in Konsulaten, Gerichten und Botschaften zum Einsatz kommen, werden die Mitarbeiter u.a. für die Erkennung von gefährlichen Gegenständen aus- und fortgebildet.

 

 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.