Kompetenzzentrum gegen Extremismus informiert über Salafismus

26. November 2013 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

Innenminister Boris Rhein begrüßt den großen Zuspruch für die erste Informationsveranstaltung des Hessischen Innenministeriums über die Gefahren des Salafismus an hessischen Schulen. Rund 100 interessierte Schulleiter/innen der weiterführenden Schulen in Frankfurt am Main und Schulpsychologen setzen sich heute mit der Rekrutierung von Schülerinnen und Schülern durch Salafisten auseinander.

Innenminister Boris Rhein: „Die salafistischen Rekrutierer machen nicht vor dem Schulhof halt, das haben die Ermittlungen der Polizei eindeutig ergeben. Die Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Informationsveranstaltung zeigt uns, dass die Verantwortlichen an den Schulen diese Gefahr erkannt haben. Sie nehmen sie ernst und sind bereit, mit uns gemeinsam zu handeln. Es darf den Salafisten nicht gelingen weitere hessische Schüler zu radikalisieren, um sie dann in das syrische Kriegsgebiet zu schicken.“

Bei neun Schülern – darunter sogar vier Minderjährige – ist dies bereits gelungen. Sie sind in Richtung Syrien ausgereist. Bei einigen anderen Schülern konnte die Polizei eine Ausreise in letzter Minute verhindern.

Die heutige Informationsveranstaltung der Experten des Hessischen Kompetenzzentrums gegen Extremismus (HKE) aus dem Innenministerium ist Teil eines abgestimmten Maßnahmenbündels, zu dem ebenso Vereinsverbote wie das von „dawaFFM“ gehören, um den salafistischen Netzwerken den Nährboden zu entziehen. Hinzu kommen Ausweisungen von ausländischen „Hasspredigern“, wie dem Österreicher Mohamed M. aus Erbach im Odenwald. In jedem Einzelfall prüfen die Behörden auch, ob sie salafistische Veranstaltungen verbieten können.

„Neben der Repression ist die Prävention eine wichtige Säule unserer Strategie gegen extremistische Salafisten. In der heutigen Informationsveranstaltung erklären unsere Experten den Interessierten, mit welchen Methoden die Salafisten Schülerinnen und Schüler anwerben und wie man eine Radikalisierung rechtzeitig erkennen kann. Darüber hinaus ist es aber auch das erklärte Ziel der Veranstaltung, Handlungsempfehlungen anzubieten.

Die Lehrerinnen und Lehrer sollten wissen, was konkret zu tun ist, wenn sich einer ihrer Schüler radikalisiert und welche Hilfestellungen möglich sind“, erklärte Innenminister Boris Rhein.

Die Experten des Innenministeriums haben darüber hinaus aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen über Radikalisierungsversuche an Schulen ein Sensibilisierungskonzept erarbeitet, das ein Angebot an alle weiterführenden Schulen in Hessen darstellt.

 Die Maßnahmen für die weiterführenden Schulen sind dabei in drei Kategorien gegliedert:

Für Schulen, die noch nicht von Anwerbeversuchen betroffen sind, bietet das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) allgemeine Infoveranstaltungen an. Der Fokus liegt dabei zunächst auf dem Rhein-Main-Gebiet.

Für Schulen, bei denen Anwerbeversuche stattfinden, bieten Polizei und LfV gemeinsam individuell abgestimmte Konzepte und Beratungen an.

Für Schulen, an denen Schüler bereits auf die Radikalisierung ansprechen, stehen Experten des Violence Prevention Network (VPN) bereit. Im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge leistet das VPN in Hessen persönliche Unterstützung und individuelle Hilfe für Angehörige, Lehrer/innen sowie das soziale Umfeld der Betroffenen. Das VPN ist ein Verein, der seit Jahren bundesweit im Bereich der Gewaltprävention und Deradikalisierung erfolgreich tätig ist.

„Wir müssen alles tun, um diejenigen zu stoppen, die unsere Kinder auf einen Weg von Hass und Gewalt führen wollen. Deshalb sollte es unser oberstes Ziel sein für die Gefahren des Salafismus zu sensibilisieren. Dafür bieten wir den Verantwortlichen unsere Hilfe an. Aber auch wenn es schon zur Radikalisierung gekommen ist, gibt es Experten, die den betroffenen Eltern oder Freunden in Hessen zur Seite stehen und Wege aufzeigen, wie der Radikalisierung entgegen gewirkt werden kann. Ich kann nur dafür werben, unsere Angebote zu nutzen“, so Innenminister Boris Rhein abschließend.

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