Y–Ausbildung wird weiter forciert

22. November 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Thüringen | Drucken

Nun hatte es endlich in einem zweiten Anlauf geklappt und das geplante Gespräch mit der Verwaltungsfachschule konnte stattfinden. Vertreter des Landesvorstandes trafen sich am 14.11.2013 mit dem Leiter der Bildungseinrichtungen, Polizeidirektor Gerd Lang, und weiteren Angehörigen des Lehrpersonals.

Hauptschwerpunkt des Gesprächs war die Einführung der modularen verwendungsorientierten Ausbildung (Y-Ausbildung) in der Thüringer Polizei, auf Grundlage der Aussage des Innenministers auf dem Landesdelegiertentag einer „kleineren Berufsvertretung“, des BDK. Es geht nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie.

Die Gesprächspartner waren sich darin einig, dass eine Vielzahl von Problemen zu besprechen und zu lösen sind. Das betrifft insbesondere:

die Personalentwicklung, das Personalentwicklungs-konzept der Thüringer Polizei und die Auswirkungen auf die Schutz- und Kriminalpolizei;

den Stellenabbau der Landesregierung bis 2020, Bedarf der Nachbesetzung;

die Schaffung aller notwendigen Voraussetzungen zur Reakkreditierung des Studiengangs;

Entsprechend der Weisungslage des AL 4 des TIM hat derzeit die Belegung bestimmter Wahlpflicht-module keine bindende Wirkung in Bezug auf die Verwendung nach dem Studium. Bei Einführung einer verwendungsorientierten Spezialisierung ist die Aufrechterhaltung dieser Weisung nicht zielführend.

Eine verwendungsorientierte Ausbildung erfordert vor allem auch einen Personalansatz spezialisierter Lehrkräfte.

Der BDK erwartet mit Spannung die vom Innenministerium hinsichtlich der genannten Schwerpunkte zu erarbeitenden Grundsatzdokumente und hat sich bereit erklärt, den Prozess der Umsetzung aktiv zu unterstützen.

Klar muss jedoch sein, dass die Verbrechensbekämpfung sich in den zurückliegenden Jahren gravierend verändert hat. Auf diese Veränderungen kann nur mit einer differenzierten Einstellung und Ausbildung reagiert werden.

Trotz vieler Schnittstellen im polizeilichen Alltag sind die Anforderungen an die Schutzpolizei andere als an die Kriminalpolizei. Wir sind uns aber einig, dass es um eine bestmögliche Ausbildung sowohl für Schutz- als auch für Kriminalpolizisten geht.

Die Verwaltungsfachhochschule ist bereit, wenn die entsprechenden Vorgaben durch das TIM vorliegen, an der Umsetzung zu arbeiten. Dazu bedarf es aber auch noch zeitlicher und personeller Abstimmungen.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich außerdem darin einig, dass eine fachrichtungsorientierte Ausbildung im gehobenen Polizeivollzugsdienst möglich, jedoch an Anforderungen geknüpft ist, welche es zu definieren und umzusetzen gilt. In diesem Prozess ist der Dienstherr genauso gefordert wie die Gewerkschaften sowie Berufs- und Interessenvertretungen. Der BDK sicherte nachhaltig seine Gesprächsbereitschaft und inhaltliche Unterstützung in diesem Prozess zu, obwohl die große Gewerkschaft „Ein klares NEIN zur Y-Ausbildung!“ (Quelle: Gemeinsame Info Nr. 25/2013 der GdP und DPOLG vom 28.10.2013) sagt.

Das in sachlicher Atmosphäre geführte Gespräch wurde mit der Zusicherung weiterer Kontakte beendet.

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