Richter und Staatsanwälte „hinter Gittern“

20. November 2013 | Themenbereich: Saarland, Strafvollzug | Drucken

 

 

Zum 1. Saarländischen Jugendgerichtstag in Ottweiler haben sich heute auf Einladung der JVA Ottweiler und des Amtsgerichts Ottweiler rund 130 Teilnehmer getroffen, darunter die meisten saarländischen Jugendrichter und Jugendstaatsanwälte, aber auch zahlreiche Vertreter der Polizei, der Bewährungshelfer sowie der freien Träger und der Sozialdienste.

Justizministerin Anke Rehlinger begrüßte die Anwesenden: „Mit Ihrer Arbeit für und mit straffälligen Jugendlichen und deren Resozialisierung erweisen Sie unserer Gesellschaft einen nicht zu unterschätzenden Dienst. Gerade im Bereich des Jugendstrafrechts haben wir noch Stellschrauben, an denen wir kriminelle Karrieren verhindern und junge Menschen auf einen rechtstreuen Weg mitten in unserer Gesellschaft zurückführen können.“

Rehlinger unterstrich die Bedeutung der Arbeit im Jugendstrafvollzug: „Hier in Ottweiler arbeiten wir mit den Gefangenen einerseits ihre Defizite auf, ergründen die Ursachen für zurückliegende Taten und wirken mit den Jugendlichen und Heranwachsenden darauf hin, nicht mehr rückfällig zu werden. Ebenso wichtig ist aber, den Gefangenen ihre womöglich noch unentdeckten Potenziale, Begabungen und Interessen vor Augen zu führen, um sie etwa auf eine spätere gesicherte berufliche Existenz vorzubereiten und sie für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit vorzubereiten.“

Die Vernetzung der verschiedenen Akteure im Jugendstrafrecht sei daher besonders wichtig, so die Justizministerin abschließend: „Daher danke ich herzlich den Organisatoren der heutigen Veranstaltung aus der JVA und dem Amtsgericht Ottweiler, die mit viel Herzblut den Jugendgerichtstag auf die Beine gestellt haben. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Zusammenarbeit verstetigen wird.“

 

Hintergrund:

Im Rahmen von juristischen und psychologischen Fachvorträgen ging es bei der Veranstaltung „hinter den Gittern“ der JVA Ottweiler darum, über „den eigenen Horizont hinaus“ die Arbeit des jeweils anderen zu verstehen und die eigenen Entscheidungen dem anderen verständlich zu machen. In 13 Kleingruppen wurden besondere Themen des Jugendstrafvollzuges von den Teilnehmern bearbeitet. Inhaltlich spannte sich der Bogen von den Haftbedingungen der Untersuchungshaft bis hin zum Knastjargon.

 

 

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