„Angsträume“ – Orte rassistischer und antisemitischer Gewalt

20. November 2013 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Thüringen | Drucken

Thüringens Innenminister Jörg Geibert hat am Dienstag (19. November 2013) gemeinsam mit dem Präsidenten der Landespolizeidirektion Winfried Bischler in Erfurt die Wanderausstellung „Angsträume – Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen“ eröffnet. Die Schau wurde unter der Schirmherrschaft der Landesbischöfin Ilse Junkermann von der mobilen Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (ezra) konzipiert.

Nach Ansicht von Minister Geibert ist die Landespolizeidirektion der richtige Ort, um die Ausstellung zu präsentieren. Dies mache deutlich, dass „die Polizei nicht nur täterorientiert ausgerichtet ist, sondern auch die Menschen im Blick hat, die Opfer von Straftaten geworden sind.“, so der Minister. Zugleich wies Geibert auf die in diesem Jahr in der Landespolizeidirektion eingerichtete Stabsstelle Polizeiliche Extremismusprävention hin. Sie ist zentrale Ansprechstelle für alle Aktivitäten des Opferschutzes nach Straftaten mit extremistischem Hintergrund.

Auf 18 Schautafeln dokumentiert die Ausstellung Orte von Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund, die sich zwischen 2009 und 2012 ereigneten. Die Tatorte befinden sich in fast allen Regionen Thüringens. Geibert sieht den Staat in der Verantwortung „politischen Extremismus zu bekämpfen und in der Verpflichtung, seine Bürgerinnen und Bürger und die Verfassungsordnung gegen Feinde zu schützen und zu sichern.“ Es dürfe, so der Minister, in unserem Gemeinwesen keine Räume geben, die aus Angst davor, Opfer von Gewalt zu werden, gemieden würden. Neben der polizeilichen Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft erfordere es eine wache Zivilgesellschaft, die gemeinsam mit der Polizei keine Angsträume entstehen lasse, betonte Minister Geibert.

Thüringens Innenminister dankte insbesondere Organisationen wie dem Weißen Ring und ezra für ihre Arbeit, Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, im Umgang mit ihren Traumatisierungen zu unterstützen.

Ezra ist ein Projekt in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und wird im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für „Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ und des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gefördert.

Die Ausstellung ist vom 19. bis 29. November 2013 in der Landespolizeidirektion zu sehen.

 

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