Gepräch mit Herrn Präsident Wolfgang Wurm

18. November 2013 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Am 13.11.13 erfolgte in Sankt Augustin ein längeres und intensives Gespräch zwischen dem Präsidenten der Direktion und dem Verbandsvorsitzenden Thomas Mischke in einer offenen und angenehmen Atmosphäre.

Nach einigen einführenden Worten drehte sich das Gespräch zunächst um Zusammenarbeitsfragen mit der Landespolizei NRW.

Herr Wurm führte aus, dass auch ihm die Festigung und der Ausbau der Beziehung zum Land ein wichtiges Anliegen sei und dass er diesbezüglich bereits etliche Gespräche geführt habe und noch weiter führen wird.

Dabei gehe es ihm vor allem darum, die Bundespolizei als verlässlichen Partner noch stärker als bisher in den Sicherheitsverbund der BOS in NRW einzubringen und die bestehenden gemeinsamen Aufgaben – wie beispielsweise die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität – zukünftig enger zu vernetzen. Hierzu sei ein intensiver gegenseitiger Dialog und natürlich auch das Wissen um die Begrenzungen des jeweils anderen Partners notwendig.

Aus Sicht des BDK ist dieser Ansatz richtig und zukunftsweisend. Die gravierenden Probleme im Bereich der Eigentumskriminalität, die seit Jahren zunehmend durch europaweit agierende Tätergruppierungen begangen werden, können nur im engen Verbund aller Sicherheitspartner dies- und jenseits der Grenze erfolgreich angegangen werden.

Seitens Thomas Mischke wurde dann das leidige Thema der desolaten Aus- und Fortbildung im kriminalistischen Bereich angesprochen. Schon seit vielen Jahren soll es vor Verwendung im K-Bereich eine entsprechende Verwendungsfortbildung geben, doch wurde diese bisher noch nie durchgeführt. Gründe waren Ausbildungsoffensiven oder lähmende Neuorganisationen. So ist es heute leider so, dass in vielen Ermittlungsdiensten der BPOL keine oder nur wenige aus-/ oder fortgebildete Kriminalisten/innen Dienst versehen. Einen eigenen Studiengang oder gar eine K-Laufbahn gibt es ebenfalls nicht, die BKA-Aufstiegsausbildung wurde vor Jahren eingestellt und Kriminalisten/innen aus Bund oder Ländern ebenfalls nicht mehr angeworben.

Mit der letzten Neuorganisation wurde zudem aus Sicht des BDK eine Menge Fachwissen verbrannt, welches auch vor dem Hintergrund der Überalterung auf den Dienststellen bereits jetzt zu nicht unerheblichen Problemen führt. Weiterhin erschwerend kommt hinzu dass die derzeitige Ausbildung, sowohl im mittleren als auch im gehobenen Dienst nicht annähernd auf eine kriminalpolizeiliche Aufgabenerfüllung vorbereitet.

Hier ist aus Sicht des BDK dringender Handlungsbedarf gegeben, zumal selbst das Land NRW eine derartige verpflichtende Verwendungsfortbildung mit Qualifikationsaussage nach fast zwanzig Jahren einheitspolizeilichen Ansatzes in Kürze einführen wird.

Aus Sicht des BDK Bundespolizei wäre hier ein enger Schulterschluss mit dem Land NW zu suchen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auch im Fortbildungsbereich auszuloten.

Herr Wurm nahm diese Vorschläge aufmerksam auf und erwiderte, dass er sich mit dem Land NRW gemeinsam getragene Fortbildungsinitiativen durchaus vorstellen könne, doch bedürfte es dazu zunächst weiterer intensiver Gespräche mit dem Land NRW sowie natürlich auch in der eigenen Organisation.

Die Probleme in der Fortbildung – nicht nur im kriminalistischen Bereich – seien ihm bekannt und er sei bemüht, Linderung durch vermehrte Inhouseschulungen zu schaffen; eine weitere Lösung könnte in dem vermehrten Einsatz von IT-gestützten Lernprogrammen bestehen.

Beide Gesprächspartner vereinbarten für die Zukunft die Fortsetzung des Dialogs.

 

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