Zahl der Kinderunfälle auf Rekordtief

15. November 2013 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik wurden auf Deutschlands Straßen so wenige Kinder getötet wie 2012. Im vergangenen Jahr kamen 73 Kinder im Alter von bis zu 15 Jahren ums Leben – ein historischer Tiefststand, wie der ACE Auto Club Europa in Stuttgart berichtete. Der Club appellierte zugleich an Verkehrspolitiker von Bund, Ländern und Gemeinden, sie sollten in ihren Anstrengungen auf dem Gebiet der Unfallverhütung jetzt keinesfalls nachlassen. „Mehr Verkehrssicherheit für Kinder ist kein Selbstläufer, sondern immer Ergebnis besonderer Anstrengung“, hob der ACE hervor. Nach Ansicht des Clubs muss neben anderen Institutionen auch die künftige Bundesregierung für eine solide Finanzausstattung der Verkehrssicherheitsaktivitäten sorgen. “Das ist eine Bringschuld“.

Wie der Club berichtete, ging binnen der vergangenen zehn Jahre die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder um fast zwei Drittel von ursprünglich 208 auf 73 zurück. 1990 starben noch 554 Kinder im Alter bis 15 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls, 1970 waren es sogar noch 2.167 Kinder, die dem Straßenverkehr zum Opfer fielen. Zum zweiten Mal seit 2010 lag 2012 auch die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder unter der Grenze von 30.000. Im Jahr 2003 registrierte die Polizei noch 40.251 Verkehrsopfer unter 15 Jahren, 1995 lag deren Zahl noch deutlich über 50.000.

ACE: Fahrradhelm für Kinder besonders wichtig

Nahezu jedes zweite der tödlich verunglückten Kinder starb als Fußgänger oder Radfahrer. Die Kinder mit tödlichen Verletzungen waren meist im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. Angesichts dieser Umstände hält es der ACE für wichtig, weiter den Schutzhelm für radelnde Kinder zu propagieren. Der Club wertet es als Fortschritt, dass mittlerweile zwei Drittel aller Kinder zwischen sechs und zehn

Jahren beim Fahrradfahren einen Helm tragen. Bei den elf- bis 16-jährigen Kindern stieg die Helmtragequote von 2011 auf 2012 von 19 auf 29 Prozent, teilte der ACE unter Berufung auf Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) weiter mit.

Viele Eltern halten laut ACE das Auto für den sichersten Platz für ihr Kind. Ein Blick auf die Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes offenbart jedoch, dass fast die Hälfte aller Todesopfer im Kindesalter als Mitfahrer im Pkw umkam. Während das Risiko eines tödlichen Unfalls im innerstädtischen Bereich relativ gering ist, nimmt die Wahrscheinlichkeit tödlicher Verletzungen bei Unfällen auf der Autobahn und vor allem auf Landstraßen deutlich zu.

Kinder ungesichert im Auto

Beunruhigend findet der ACE die von der BASt ermittelte Erkenntnis, dass der Anteil von altersgerecht gesicherten Kindern im Auto neuerdings abnimmt. Laut Behördenangaben ging der Anteil der Kinder über sechs Jahren, die auf innerstädtischen Straßen durch Kindersitze gesichert waren, im Jahr 2012 auf 73 % zurück; ein Jahr zuvor waren es noch 78 Prozent. Kinder unter 5 Jahren wurden nur zu 91 Prozent altersgemäß gesichert. Ein Prozent aller Kinder fuhr völlig ungesichert als Passagier im Pkw mit. Doch hier konstatiert der ACE auch „gewisse Fortschritte“. Zum Vergleich: Aus einer vom ACE selbst vorgenommenen Untersuchung aus dem Jahr 2007 geht hervor, dass mehr als jedes fünfte Kind im Auto vorschriftswidrig oder überhaupt nicht angegurtet gewesen ist. Der Club hatte seinerzeit die Kindersicherung in 8.383 Autos vor 215 Kindergärten in Augenschein genommen. Mehr als 20 Prozent der Autos mit Kinderinsassen verfügten damals über keine dafür vorgeschriebenen Kinderrückhaltesysteme.

 

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