Drei Dokumentarfilmtage in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen

31. Oktober 2013 | Themenbereich: Sachsen, Strafvollzug | Drucken

Erstmals zeigt das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in diesem Jahr auch in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen Filme aus dem aktuellen Festivalprogramm. Ab dem 1. November 2013 können Jugendstrafgefangene an drei Tagen die Filmvorführungen besuchen und mit Bediensteten, Besuchern und den Filmemachern über die Filme diskutieren.

Justizminister Dr. Jürgen Martens: „Ein moderner und behandlerisch wirksamer Jugendstrafvollzug muss es jungen Strafgefangenen ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben außerhalb des Justizvollzugs teilzuhaben, soweit es unter Sicherheitsaspekten vertretbar ist und dem Vollzugsziel der Resozialisierung dient. Gleichzeitig ist es uns ein Anliegen, die Gesellschaft für den Jugendstrafvollzug zu interessieren. Dass im Rahmen des renommierten Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm möglich ist, unter Beteiligung der Öffentlichkeit in unserer Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen Filme aus dem aktuellen Festivalprogramm vorzuführen zeigt, wie erfolgreich wir in Sachsen bei der Verwirklichung eines modernen Jugendstrafvollzugs sind. Ich bin zuversichtlich, dass der von uns beschrittene Weg das Interesse der Gesellschaft am Justizvollzug stärkt und wir mit dieser Veranstaltung weitere engagierte Bürger für Mitarbeit und Mitverantwortung beim Prozess der Resozialisierung straffällig gewordener junger Menschen gewinnen.“

In Anwesenheit von Ministerialdirigent Willi Schmid, Abteilungsleiter für Justizvollzug im Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Europa, wird die Leiterin Dokumentarfilm des Festivals Dr. Grit Lemke am 1. November 2013 den ersten Aufführungstag eröffnen. Dr. Grit Lemke: „Von unserem Festival hieß es immer, es öffne ein Fenster in die Welt. Insofern ist es ein großartiger Gedanke, mit DOK Leipzig an einen Ort der verschlossenen Tore zu gehen. Denn unsere Filme eröffnen den Blick auf gesellschaftliche Realitäten, sie machen ihre Komplexität und Vielschichtigkeit individuell und emotional erfahrbar. Jährlich bewegen, erschüttern und unterhalten sie tausende, hauptsächlich junger, Menschen. Was liegt also näher, als jugendliche Inhaftierte daran teilhaben zu lassen? Traditionell gibt der Dokfilm jenen eine Stimme, die keine haben – umso schöner, dass auf diesem Wege nun Filmschaffende und die Öffentlichkeit Gelegenheit zur Begegnung mit jungen Strafgefangenen bekommen. In diesem Sinne behandeln wir Regis-Breitingen nicht als Sonderveranstaltung, sondern als normalen Spielort. Es wurde kein Programm extra dafür ausgewählt, sondern es werden jeweils ein Animations- und Dokumentarfilm aus dem regulären Festivalprogramm laufen. Die Filme widmen sich hochaktuellen Themen wie dem Wahnsinn der Atommüllendlagerung, den Facetten von Waffenherstellung, -besitz und -nutzung in Deutschland sowie Graffiti- und Undergroundkunst im Arabischen Frühling. Wir freuen uns, das Fenster in die Welt zu öffnen!“

DOK Leipzig ist das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt. Im letzten Jahr sahen 37.600 Besucher 360 Filme aus 62 Ländern. Das 56. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm findet vom 28. Oktober bis zum 3. November 2013 statt.

 

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