So schützen Sie sich und andere bei Extremwinden

28. Oktober 2013 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Der Herbst bringt Gefahren mit sich: Umstürzende Bäume, abgedeckte Dächer, beschädigte Autos. Stürme treten im Spätjahr besonders häufig auf, verursachen große Schäden und bringen Menschen in Gefahr. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt Tipps, wie Sie sich bei extremen Wetterlagen schützen können.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bezeichnet die aktuelle Wetterlage wie folgt: Verbreitet steife und stürmische Böen, an der See und im Bergland Sturmböen, auf exponierten Gipfeln schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. Weiter zunehmender Wind mit der Gefahr von Orkanböen an der See und auf Berggipfeln, im westlichen und nördlichen Binnenland teils schwere Sturmböen.

In den vergangenen Jahren haben starke Stürme die Bundesrepublik schwer getroffen. Der Orkan Kyrill forderte 2007 46 Todesopfer und veranlasste die Deutsche Bahn zum ersten Mal, ihren gesamten Fernverkehr einzustellen. 2012 fegten mit „Ulli“ und „Andrea“ gleich zwei Orkane binnen weniger Tage über Deutschland. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet damit, dass die Sturmschäden bis zum Jahr 2100 um die Hälfte zunehmen und die finanziellen Schäden alle zehn Jahre bis zu acht Milliarden Euro betragen werden. Der Klimawandel stellt auch das BBK vor neue Herausforderungen: „Wir entwickeln schon heute Strategien, wie sich die Gesellschaft an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen kann,“ erklärt Christoph Unger, Präsident des BBK. Wie man sich in besonderen Gefahrensituationen verhält, erfahren Sie auch im Flyer des BBK „Verhalten bei besonderen Gefahrenlagen“ sowie im neuen BBK-Ratgeber „Katastrophenalarm – Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“. Der Nachfolger von „Für den Notfall vorgesorgt“ kann die Selbsthilfe der Bürgerinnen und Bürger unterstützen.

Behörden rüsten sich für den Klimawandel

Um den Bevölkerungsschutz weiterzuentwickeln und sich auf den Klimawandel vorzubereiten, arbeitet das BBK mit Partnern zusammen. Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), dem Deutschen Wetterdienst (DWD), der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und dem Umweltbundesamt (UBA) wurde 2007 die „Strategische Behördenallianz Anpassung an den Klimawandel“ gegründet. Da auch der 5. Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen keinen Zweifel am Fortschreiten des Klimawandels lässt, wird dieses Thema die Partner der Behördenallianz voraussichtlich noch lange beschäftigen. Alle Behörden verbindet das Interesse, Erkenntnisse über die Entwicklung von extremen Wetterereignissen im Zuge des Klimawandels zu gewinnen, jede einzelne Behörde zieht daraus für ihren Arbeitsbereich Schlüsse und entwickelt Maßnahmen. Einer der Arbeitsschwerpunkte des BBK ist in diesem Kontext die Förderung der Selbsthilfefähigkeiten der Bevölkerung. Wie bei der Ersten Hilfe ist es generell wichtig, dass Menschen sich und anderen helfen können, bevor professionelle Einsatzkräfte eintreffen.

Die Ruhe vor dem Sturm – Verhalten vor dem Notfall

Schon vor dem Sturm lässt sich einiges zum eigenen Schutz und dem unserer Mitmenschen unternehmen: Sichern Sie außenstehende Mülltonnen und schließen Sie Gartenmöbel weg. Bringen Sie auch Blumentöpfe und andere bewegliche Gegenstände auf Balkonen und Dachterrassen in Sicherheit und parken Sie Ihren Wagen in der Garage oder mit großem Abstand von Häusern sowie Bäumen. Je höher die gefährlichen Objekte, desto länger sollte der Abstand sein. Präventiv können Hausbewohner vor allem das Dach schützen, das einem Sturm viele Angriffsflächen bietet. Ziegel mit Sturmhaken sichern die Dachdeckung vor Windsog, der vor allem an den Rändern und dem Dachfirst auftritt. Auch Kaminabdeckungen, Antennen und Satellitenschüsseln sollten regelmäßig auf ihre Stabilität überprüft werden.

Bevor man handelt, kann man sich über drohende Sturm-Gefahren durch den DWD detailliert informieren lassen – landkreisgenau per Abo.

Selbsthilfe und Schutz – Was bei Sturm zu tun ist

Während eines Sturmes sollten Sie sich nicht draußen aufhalten, sondern in festen Gebäuden Schutz suchen. „Versuchen Sie auf Ihrem Weg in ein Gebäude einen Bogen um Wälder und Freileitungen zu machen. Bevor Sie in die Nähe eines Hauses kommen, kann ein Blick nach oben lebenswichtig sein“, erklärt Christoph Unger. Denn häufig lösen sich Dachziegel und werden auf den Boden geschleudert. Meiden Sie ebenfalls die Nähe von Baugerüsten und baufälligen Häuser, von denen sich Gerüst- und Fassadenteile lösen könnten. Im Inneren des Gebäudes sollten Sie Fenster und Türen schließen. Sind Menschen durch den Sturm verletzt, rufen Sie Hilfe über den Notruf 112. Verletzte sollten Sie beruhigend ansprechen und gegebenenfalls durch Erste Hilfe versorgen – „ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen“, sagt Unger.

Fazit: Die Gefahren durch Stürme sind kein Grund, die schönen Seiten der goldenen Jahreszeit zu verpassen. „Wer die wichtigsten Verhaltensregeln kennt, kann im Notfall besonnen reagieren – und zur Sicherheit von sich und anderen beitragen“, betont Christoph Unger.

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