Immer weniger Opfer durch Alkohol am Steuer

25. Oktober 2013 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Trinken und Fahren verträgt sich nicht – zu dieser Einsicht kommen offenbar immer mehr Verkehrsteilnehmer. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der geahndeten Alkoholdelikte im Straßenverkehr um 32,8 Prozent gesunken. Darauf hat der ACE Auto Club Europa in Stuttgart anlässlich der Veröffentlichung einer Studie zur Entwicklung der Alkoholdelikte in Deutschland hingewiesen. Zugleich erneuerte der Club seine Unterstützung für die vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) erhobene Forderung nach einem strikten Alkoholkonsumverbot für Kraftfahrer. „Wir erwarten, dass das jetzt auf die Agenda der Koalitionsverhandlungen gesetzt wird“, sagte der Vorsitzende des ACE, Wolfgang Rose. An die Adresse von Union und SPD gerichtet fügte Rose hinzu: „Es genügt nicht, den Kampf gegen Alkoholfahrten nur zu postulieren, im Interesse der Unfallverhütung muss auch konsequent danach gehandelt werden“.

Bei seiner Untersuchung stützt sich der ACE auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), des Statistischen Bundesamtes (destatis) sowie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Demnach sind seit 2003 nicht nur die durch Alkoholkonsum verursachten Unfälle mit Personenschaden um ein Drittel zurückgegangen, entsprechend weniger wurden seitens der Behörden auch Medizinisch-Psychologische Untersuchungen (MPU) angeordnet.

Erstmals gilt Alkohol nicht mehr als eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Die insgesamt positive Entwicklung kann nach Ansicht des ACE jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Trunkenheitsfahrten nach wie vor fatale Folgen nach sich ziehen: Jeder zehnte Unfalltote starb auch 2012, weil Alkohol im Spiel war.

Häufig sind Alkoholsünder im Straßenverkehr auch Temposünder, schlussfolgert der ACE aus den polizeilichen Unfallberichten. Der Club geht davon aus, dass alleine in Deutschland jedes Jahr etwa 400 Menschen bei Alkoholunfällen ums Leben kommen und nahezu 20.000 Menschen Verletzungen erleiden.

Ramsauers Alkohol-Fokus

In dem von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer erst vor knapp zwei Jahren vorgelegten Verkehrssicherheitsprogramm (Erscheinungsdatum 9.11.2011) findet sich zum Thema lediglich eine allgemeine Zustandsbeschreibung, aber keine weitergehende politische Selbstverpflichtung. Sinngemäß heißt es in Ramsauers Programm, dass Alkohol weiterhin im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit des Bundes stehen wird.

Führerscheinneulinge sind laut ACE während der zweijährigen Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres durch den § 24 c Straßenverkehrsgesetz (StVG) seit dem 1. August 2007 mit einem strikten Alkoholkonsumverbot belegt. Für alle anderen Kraftfahrer – außer Berufskraftfahrern – gilt die 0,5‰-Grenze. Allerdings wird bei Fahrfehlern bereits ab 0,3 Promille geahndet.

Nach Erkenntnissen des ACE sind junge Leute bis zum Alter von 30 Jahren immer noch überproportional häufig an Alkoholunfällen beteiligt. „Wir müssen konstatieren, dass trotz gesetzlicher Restriktionen und sichtbarerer Erfolge von Anti-Alkoholkampagnen noch zu viele junge Leute die Unvereinbarkeit von Trinken und Fahren nicht richtig verinnerlicht haben“, heißt es beim ACE.

Die Zahl der männlichen Beteiligten an Alkoholunfällen liegt laut ACE-Bericht sieben Mal höher als die der Frauen. Der Club zeigte sich beunruhigt, dass drei Viertel aller Beteiligten an Alkoholunfällen eine Blutalkoholkonzentration von mehr als 1,1 Promille aufgewiesen haben. Dieser Wert markiert nach deutscher Rechtsprechung die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit bei Kraftfahrern. Den größten Anteil (17 %) machten bei den Beteiligten an Alkoholunfällen Fahrer mit einer Blutalkoholkonzentration von 2 bis 2,5 Promille aus.

 

 

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