Bayernweite Aktionstage gegen Einbrecher

25. Oktober 2013 | Themenbereich: Bayern, Prävention | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Wohnungseinbrechern den Kampf angesagt. „Gerade während der dunklen Jahreszeit haben Langfinger leider Konjunktur“, warnte er heute im Vorfeld des bundesweiten ‚Tages des Einbruchschutzes‘ am 27. Oktober. Die Bayerische Polizei habe daher ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Eindämmung von Wohnungseinbrüchen geschnürt. „Einen besonderen Schwerpunkt bildet eine große Präventionskampagne mit bayernweiten Aktionstagen und vielfältigen kostenlosen Beratungsangeboten“, erläuterte Herrmann. „In den nächsten Wochen sind unsere Polizistinnen und Polizisten in ganz Bayern unter anderem mit Informationsständen auf Wochenmärkten, in Geschäftszentren, Fußgängerzonen und Messen vertreten.“ Des Weiteren gebe es beispielsweise Video-Spots mit Verhaltenshinweisen an Haupt- und U-Bahnhöfen in München und Nürnberg. Herrmann setzt aber nicht nur auf Prävention: „Die Bayerische Polizei wird in den kommenden Monaten speziell in Wohngebieten mehr Präsenz zeigen und die Kontrollen verstärken. Gerade unsere Schleierfahnder sind besonders gut geschult, bei Kontrollen auf überörtlichen Straßen Einbruchswerkzeug und Diebesgut aufzufinden.“

Wie Herrmann betonte, bleibt Bayern von der steigenden Zahl der Wohnungseinbrüche nicht verschont. 2012 wurden bundesweit mit 144.000 Einbrüchen 8,7 Prozent mehr Fälle als 2011 registriert. Mit knapp über 5.700 Wohnungseinbrüchen hatte Bayern einen vergleichbaren Anstieg. „Das Einbruchsrisiko in Bayern ist mit 45 Taten pro 100.000 Einwohner immer noch rund viermal geringer als im Bundesdurchschnitt mit 176 Taten“, erläuterte Herrmann. „Zwei Drittel der in Deutschland von 2009 bis 2012 verübten Wohnungseinbrüche wurden in Berlin, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verübt.“ Der Innenminister rechnet auch für 2013 mit einem weiteren Anstieg der Einbruchszahlen.

Schon mit relativ einfachen Maßnahmen ließen sich viele Einbrüche verhindern, erklärte Herrmann. „Das beginnt bei fest verschlossenen Fenstern und Türen beim Verlassen der Wohnung und geht bis zu einbruchshemmenden Einbauten.“ Neben den bayernweit 33 Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen biete hier auch das Internet unter www.polizei.bayern.de und www.k-einbruch.de eine Vielzahl wertvoller Tipps. Herrmann: „Bei mehr als 40 Prozent aller Wohnungseinbrüche in Bayern geben die Einbrecher vorzeitig auf, weil sie sich gestört fühlen oder die Bewohner sich mit Sicherungstechnik wirksam geschützt haben.“

Der Innenminister rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, in der Nachbarschaft besonders wachsam zu sein und verdächtige Personen und Fahrzeuge gleich zu melden: „Im Zweifel besser einmal mehr bei der Polizei anrufen, als zu wenig. Solche Hinweise liefern wichtige Fahndungsansätze, um den Ganoven schnell auf die Schliche zu kommen.“ Darüber hinaus setze die Bayerische Polizei auf professionelle Spurensicherung und fundierte Tatanalysen. Zudem hat Herrmann die Einbruchsproblematik bereits im vergangenen Jahr in die Innenministerkonferenz eingebracht. Die unter Leitung des Bayerischen Landeskriminalamtes eingesetzte Bund-Länder-Projektgruppe soll bis zur diesjährigen IMK-Herbstsitzung optimierte Bekämpfungsmöglichkeiten vorlegen. „Uns geht es insbesondere darum, das Entdeckungsrisiko für Einbrecher zu steigern“, so Herrmann mit Blick auf die vergleichsweise geringe bundesweite Aufklärungsquote von 15,7 Prozent (bayernweit 18,8 Prozent).

 

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