Zu viele Unfälle mit Streifenwagen bei Blaulichtfahrten

24. Oktober 2013 | Themenbereich: Polizei, Schleswig-Holstein | Drucken

Für manchen Streifenwagen der Polizei endet die Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn noch vor dem Erreichen des Einsatzortes. Im vergangenen Jahr gab es 69 Verkehrsunfälle mit Polizeiautos während Einsatzfahrten. Dabei wurden 21 Menschen verletzt, darunter 13 Polizeibeamte. 30 Unfälle verursachten Polizeibeamte durch ihr eigenes Verhalten, in 39 Fällen lag Fremdverschulden vor. Die Reparaturkosten für die beschädigten Funkstreifenwagen betrugen rund 254.750 Euro. Die Statistik für die Jahre 2011 und 2010 weist bei den Unfällen, Verletzten und Sachschäden ähnliche Zahlen auf.

Innenminister Andreas Breitner und die Führung der Landespolizei wollen diesen Zustand nicht länger tatenlos hinnehmen. „“Wir müssen aus Gründen der Verkehrssicherheit und aus Fürsorge für die Beamten gegensteuern““, sagte Breitner am Donnerstag (24. Oktober) in Eutin (Kreis Ostholstein). Übungen im Rahmen des Fahr- und Sicherheitstrainings auf einem abgesperrten Gelände in Eggebek (Kreis Schleswig-Flensburg) reichten nicht aus. Der gewünschte Lernerfolg stelle sich nicht ein. „“In Eggebek lassen sich das realistische Verkehrsgeschehen und die besondere Situation einer Blaulichtfahrt nicht darstellen““, sagte Breitner. Und Übungsfahrten mit Blaulicht und Martinshorn seien im normalen Straßenverkehr weder zulässig noch den übrigen Verkehrsteilnehmern zuzumuten.

Ein Fahrsimulator soll deshalb fortan dazu beitragen, dass die Beamten unter dem Stress einer Einsatzfahrt sicherer fahren und dadurch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Streifenwagen sinkt. „“Der Fahrsimulator ergänzt das Fahr- und Sicherheitstraining““, sagte Breitner. Im Fahrsimulator könnten sowohl Szenarien im dichten Großstadtverkehr als auch auf Autobahnen und Landstraßen geübt werden. Während der Großstadtverkehr mit geringeren Geschwindigkeiten, aber vielen unübersichtlichen Kreuzungen und Einmündungen, Fußgängern und Radfahrern eine besondere Herausforderung darstelle, seien es im Überlandverkehr im Wesentlichen die deutlich höheren Geschwindigkeiten.

„“Der Fahrsimulator ist ein sinnvolle Investition in eine moderne Ausbildung““, sagte Breitner. Die Kosten für das Simulationssystem einschließlich der technischen Einweisung und Schulung der Ausbilder betragen nach Angaben des Ministers rund 215.000 Euro. Der Fahrsimulator versetzt die Polizeibeamten in realistische Alltagsszenen, die auf eine Auswertung von tatsächlichen Verkehrsunfällen bei so genannten Blaulichtfahrten (Sonder- und Wegerechtsfahrten) durch das Verkehrspsychologische Institut der Universität Würzburg zurückgehen.

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