82. Interpol-Generalversammlung in Cartagena de Indias/Kolumbien

24. Oktober 2013 | Themenbereich: Bundeskriminalamt, Bundespolizei | Drucken

Vom 21. bis 24. Oktober 2013 findet in Cartagena de Indias/Kolumbien die 82. Generalversammlung der internationalen Polizeiorganisation (IKPO-Interpol) statt. Die 1923 gegründete IKPO-Interpol mit Sitz in Lyon/Frankreich ist die älteste und mit 190 Mitgliedsländern auch größte internationale Polizeiorganisation. Die Generalversammlung, das höchste Entscheidungsgremium der Organisation, steht in diesem Jahr unter dem Motto „190 Countries, One Vision for a Safer World“. Die deutsche Delegation wird vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, geleitet.

Ein zentrales Thema der Veranstaltung ist die Finanzierung der IKPO-Interpol. BKA-Vizepräsident Jürgen Stock stellte den rund 600 Delegierten der Generalversammlung das Ergebnis einer unter seiner Leitung in 2012 eingerichteten Arbeitsgruppe zur Neugestaltung des Interpol-Finanzierungssystem vor. Diese legte Anfang 2013 neue Grundsätze für das künftige Finanzierungsmodell fest. Hierzu gehört unter anderem die grundsätzliche Möglichkeit der Annahme von Spenden aus dem Privatsektor, eingebettet in ein System gegenseitiger Kontrolle der Interpolgremien, unabhängiger Risikobewertung und Vorschriften über die schon heute mögliche Zusammenarbeit der Organisation mit Stiftungen.

In seiner Rede unterstrich Jürgen Stock, dass die Annahme privater Spenden, insbesondere durch Polizeiorganisationen wie Interpol, ein hohes Maß an Sensibilität erfordere. Er sei der Überzeugung, dass die Ergebnisse und Empfehlungen der Arbeitsgruppe die künftige Aufgabenerledigung Interpols stärkten, weil sie neben der traditionellen Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge neue Möglichkeiten der Finanzierung eröffneten und zugleich die Unabhängigkeit, Neutralität und Integrität der Organisation wahrten.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „“Mit dem neuen Finanzierungsmodell wird die Kooperation Interpols mit dem privaten Sektor deutlich transparenter und wir sichern die Unabhängigkeit und den guten Ruf der Organisation. Damit ist meiner Ansicht nach ein zeitgemäßes System von ‚checks and balances‘ gefunden.““

Die deutsche Delegation präsentierte darüber hinaus die nunmehr im Wirkbetrieb befindliche Schnittstelle „I-link-Web-Service“. Diese ermöglicht es, von Deutschland ausgehende Fahndungen unmittelbar in das Interpol-System einzustellen. Da dieser Prozess nunmehr automatisiert möglich ist, werden personelle und finanzielle Ressourcen eingespart und die Qualität und Verlässlichkeit der Daten weiter gesteigert.

Die 83. Interpol-Generalversammlung findet im Herbst 2014 in Monaco statt, wo 100 Jahre zuvor der Erste Kriminalpolizeiliche Kongress stattfand und somit der Grundstein für die internationale Polizeikooperation im Interpol-Rahmen gelegt wurde.

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